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Job & Karriere

"Eigenschaften wichtiger als Noten"

Roman Ringwald ist Ausbildungsleiter in der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau. Er ist seit über 25 Jahren in diesem Beruf tätig und erhält jährlich über 400 Bewerbungen. Somit kann man ihn auf diesem Gebiet getrost als Experte bezeichnen. f79-Reporterin Vanessa Stephan hat ihn in der Sparkasse Freiburg zum Interview getroffen.

 
 
f79: Wie viele Bewerbungen bekommt die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau denn pro Jahr – und wie viele davon lesen Sie persönlich?
Ringwald: Jährlich bekomamen wir ungefähr 400 Bewerbungen für unsere etwa 35 Ausbildungsplätze, zudem bewerben sich rund 800 junge Leute pro Jahr für ein Praktikum. Ich lese alle 1200 Bewerbungen durch. Als Ausbildungsleiter habe ich diesen Anspruch an mich selbst, jedem Bewerber die gleiche Chance zu geben.
f79: Wie groß ist der Anteil der guten Bewerbungen?
Ringwald: 90 Prozent der Bewerbungen sind hervorragend und 8 Prozent noch richtig gut.
f79: Also sind zwei Prozent schlecht?
Ringwald: Naja, schlecht – einige wenige könnte man noch verbessern.
f79: Wie sieht eine gute Bewerbung aus?
Ringwald: In der Bewerbungsmappe sollten ein Bewerbungsschreiben, ein tabellarischer Lebenslauf, ein Lichtbild und Kopien der letzten zwei Schulzeugnisse enthalten sein. Wenn man sich hervorheben möchte, kann man die erste Seite der Bewerbungsmappe individuell gestalten. Oder man kann interessante Zertifikate beilegen und die Begründung für den Ausbildungswunsch nicht irgendwo abschreiben. Wenn der Bewerber schon sein eigenes Geld mit kleinen Jobs verdient, wenn er Praktika gemacht hat oder eine Jugendgruppe organisiert, dann kann er auch dafür entsprechende Nachweise reinlegen.
f79: Und nach welchen Kriterien wählt die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau ihre zukünftigen Azubis aus?
Ringwald: Nach einer Vorauswahl über die Unterlagen laden wir etwa 250 junge Menschen zu einem Eignungstest ein. Dabei geht es vor allem darum, die theoretischen Fähigkeiten im kaufmännischen Bereich zu testen. Etwa die Hälfte davon erhält danach eine Einladung zu einem Bewerbertag, an dem wir die jungen Menschen in verschiedenen Übungen, Fallstudien und einem Interview kennenlernen. Dabei können die Bewerber und Bewerberinnen richtig Gas geben und ihre Motivation für eine Ausbildung bei uns unter Beweis stellen.
f79: Welche Rolle spielen die Schulnoten und welche der persönliche Eindruck?
Ringwald: Es müssen keine Einser im Zeugnis stehen. Der persönliche Eindruck spielt schon eine größere Rolle. In unserem Bereich muss man motiviert sein, sich ausdrücken und sich präsentieren können. Man muss offen und aufgeschlossen sein und auch den Willen haben, diese Ausbildungsstelle zu bekommen. Dabei kann man durchaus auch etwas nervös sein, das gehört dazu – das war bei mir damals auch so.
f79: Gibt es denn Dinge, die gar nicht gehen?
Ringwald: Also Dinge wie Pünktlichkeit, gepflegtes Auftreten und Höflichkeit sollten selbstverständlich sein. Wer sich bei mehreren Betrieben bewirbt, sollte darauf achten, dass das Anschreiben richtig ist, dass die Bewerbung im richtigen Umschlag ist. Auch Rechtschreibfehler müssen nicht sein.
f79: Gibt es noch andere Möglichkeiten, sich zu bewerben?
Ringwald: Wir bevorzugen die Online-Bewerbung. Das hat viele Vorteile. Es ist auf jeden Fall schneller, einfacher und umweltfreundlicher als die schriftliche Bewerbung.
 
 
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