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Job & Karriere

APPsolution // Zwei Freiburger Schüler entwickeln Smartphoneprogramme

Das Wort „App“ kommt vom englischen Wort Application, zu Deutsch: Applikation oder einfach nur Anwendung. Gemeint sind damit kleine Programme, die Smartphone-Besitzern den Alltag erleichtern sollen, die witzig sind oder einfach nur skurril. Es gibt mittlerweile weit mehr als 500.000 verschiedene Apps auf dem Markt. Die meisten von ihnen werden von Drittfirmen und Privatpersonen erstellt. Die beiden Schüler Tim Hager (15) und Timon Loy (16) vom Marie-Curie-Gymnasium Kirchzarten, mischen auch mit im App-Geschäft. Sie haben eine App programmiert, die dem User dabei hilft, sich für einen Job oder eine Ausbildungsstelle zu bewerben und eine, die bei der Auswahl eines Skigebiets hilft.

 
 

Von wegen in der Schule lernt man nichts fürs Leben: Die Idee zu „EyeBewerbung“, so der Name der App, entstand im Unterricht. Der Informatiklehrer der beiden wollte mit der Klasse herausfinden, wie eine App entwickelt wird. „Wir haben das Projekt in der Schule besprochen, es dann aber privat weitergeführt“, erzählt Timon Loy, „wir haben uns bei Youtube Hilfe gesucht, dort gibt es Videos, die erklären, wie eine App entwickelt wird.“


Nach dem Crashkurs per Internetvideo beginnt aber erst die eigentliche Arbeit. Wer eine App programmieren möchte, benötigt zunächst ein Thema. „Wir haben uns für die Bewerbungs-App entschieden, da es noch nichts Vergleichbares gab. Dann haben wir begonnen alle wichtigen Informationen zu sammeln, etwa wie eine Bewerbung gestaltet wird oder wie man sich auf das Gespräch vorbereitet“, berichtet Tim Hager. Nach der Recherche haben sie die gesammelten Informationen auf einer vorgefertigten, kostenfreien Internetseite eingetragen, sie dort systematisch geordnet und in das ausgesuchte Design eingefügt. Per Tastendruck lassen sich jetzt Menüpunkte wie Vorlagen für einen Lebenslauf oder eine Bewerbung abrufen.


Insgesamt haben die beiden zwei Monate für die Entwicklung gebraucht.
Timon erklärt: „Die Schwierigkeit liegt nicht im Programmieren, sondern bei der Beschaffung der Daten. Man muss schließlich immer den Überblick behalten.“


Die zweite App hat Tim und Timon vor eine wesentlich größere Herausforderung gestellt. Neun Monate hat die Entwicklung von „EyeSki“ gedauert, einer Anwendung, die Informationen über etwa 80 Skigebiete im Alpenraum bereitstellt. Eine solche Idee umzusetzen ist mit vielen Schwierigkeiten verbunden, wie Tim weiß: „Wir hatte oft Probleme und waren manchmal kurz davor aufzugeben, haben aber immer selbst eine Lösung gefunden und weiter gemacht.“


Um eine selbstkreierte App verkaufen zu können, muss man sie zur Überprüfung an einen zuständigen Konzern senden. Die Freigabe oder Ablehnung der App kann einige Tage bis Wochen dauern. „Wir hatten Glück, schon nach zwei Tagen wurde unsere App freigegeben“, erzählt Tim stolz, „wir mussten uns dann nur noch für den Verkaufspreis entscheiden.“ Seit Mai 2011 kann man EyeBewerbung für 79 Cent im App Store kaufen.
Bis jetzt haben die Schüler etwa 200 Euro eingenommen, ihre App wird durchschnittlich dreimal täglich geladen. Damit haben sie die ersten entstandenen Kosten gedeckt. „Der Developer-Account, den man einrichten muss, um die fertigen Programme einzusenden, kostet 80 Euro im Jahr. Aber die Investition hat sich gelohnt“, findet Tim.


Wie bei jedem Account braucht man auch bei diesem einen Namen, um sich zu präsentieren. „Wir haben ein wenig mit unseren Nachnamen herumgespielt“, erklärte Timon. „Letztendlich haben wir das „Hag“ von Hager und das „Lo“ von Loy genommen. Dabei kam dann „Haglo-Production“ heraus.“


Jetzt brauchen die beiden Entwickler erstmal eine Pause. „Vorerst werden wir keine neue App entwickeln, es gibt ja auch so genug zu tun. Eine App ist nie vollständig, die Entwicklung nimmt kein Ende“, erzählen Tim und Timon. Über das Userportal „iBrent“ können die Nutzer Verbesserungsvorschläge an uns senden. Wir sind also ständig dabei die Inhalte der Apps zu aktualisieren.“ Apps sollen für alles eine Lösung bieten können – die beiden Produkte von Haglo haben jedenfalls eine „Solution“ für Bewerber und Wintersportler.

 
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