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Job & Karriere

Lena und Marian lernen Gesundheits- und Krankenpflege

Arbeitsalltag – das Wort existiert im Vokabular von Lena Schmitz und Marian Strunz nicht. Die beiden machen eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger an der Freiburger Uniklinik und wissen: In diesem Beruf ist kein Tag wie der andere.

 
 

Der Arbeitstag im Krankenhaus beginnt mit der Übergabe. Die Kollegen von der Nacht- oder Frühschicht informieren über den Zustand der Patienten und darüber, welche Operationen oder Therapiebehandlungen anstehen.

Wie es danach weitergeht, ist jeden Tag anders, denn so unterschiedlich die Patienten, so unterschiedlich auch ihre Bedürfnisse: Der eine braucht Hilfe beim Essen, der andere will gewaschen werden. Es gilt, Patienten auf ihre Operationen vorzubereiten und sie zu ihren Therapiebehandlungen zu bringen. Verbände müssen gewechselt, Spritzen gesetzt oder Medikamente gegeben werden. Und wenn ein Notfall reinkommt, heißt es schnell reagieren. „Da ist es schon wichtig, dass man mit Stress umgehen kann und auch in hektischen Situationen einen ruhigen Kopf behält“, erzählt Lena.


Auch bei der Visite sind die Pfleger dabei und informieren die Ärzte darüber, wie es den Patienten geht. „Wir sind den Patienten näher als die Ärzte“, weiß die 20-Jährige. „Kommunikationsfähigkeit gehört daher zu den wichtigsten Voraussetzungen.“ Und nicht nur mit den Klinikärzten herrscht ein reger Austausch, auch zu Sozialdiensten, Seelsorgern, Psychologen oder Physiotherapeuten gibt es enge Kontakte, damit Patienten bei Bedarf gut weitervermittelt werden können. „Die Beratung ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit“, erzählt Lena. „Müssen Patienten zu Hause weiter gepflegt werden, beraten wir sie und die Angehörigen, wie das aussehen kann.“


In den drei Jahren ihrer Ausbildung durchlaufen Lena und Marian verschiedene Stationen der Uniklinik sowie eine externe Reha-Einrichtung. Marian war zuletzt in der Strahlenklinik und hat Krebspatienten gepflegt – auch Patienten, von denen er wusste, dass sie nie wieder gesund werden würden. „Das Thema Tod spielt natürlich auch immer wieder eine Rolle“, so der 23-Jährige. Damit zurechtzukommen ist auch etwas, das die angehenden Pfleger erst lernen müssen.

Intensiv: Marian und Lena machen ihre Ausbildung gerne - trotz der Anstrengungen.


Auch den Schichtbetrieb eines Krankenhauses bekommen die Azubis von Anfang an mit: Die Arbeitszeiten wechseln zwischen Früh- und Spätschicht, jedes zweite Wochenende wird am Wochenende gearbeitet, und nach der Hälfte der Ausbildung stehen auch schon ein paar Nachtdienste an. „Das ist schon anstrengend“, gibt Lena zu, „aber man lernt so viel, dass das ein toller Ansporn ist.“ Um sich an den Krankenhausbetrieb zu gewöhnen, empfiehlt Marian ein Praktikum vor der Ausbildung: „Es hilft, wenn man vorher schon weiß, wie es in einer Klinik eigentlich aussieht.“


Die Arbeit im Krankenhaus wechselt alle ein bis zwei Monate mit Theoriephasen. Hier bekommen die angehenden Pfleger grund-legendes medizinisches Fachwissen vermittelt, aber auch Pflegewissenschaften, Sozial- oder Naturwissenschaften stehen auf dem Stundenplan. Je mehr die Auszubildenden in den Theoriephasen gelernt haben, umso anspruchsvoller werden auch ihre Aufgaben in der Klinik.


„Am Anfang hat man noch einige Barrieren“, erinnert sich Marian. „Einen Patienten zu waschen ist erst einmal ein komisches Gefühl, weil das etwas so Privates ist.“ Mittlerweile seien Waschen, Füttern oder die Hilfe beim Stuhlgang aber zu etwas ganz Alltäglichem geworden. Etwas, das Lena und Marian auch gerne machen, da sie wissen, wie dankbar die Patienten dafür sind. „Man bekommt so viel Anerkennung“, schwärmt Lena und Marian fügt hinzu: „Wenn ein Patient gesund aus dem Krankenhaus geht, ist das ein unglaublich gutes Gefühl.“

Infos

Im Netz // www.uniklinik-freiburg.de

 
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