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Job & Karriere

Online-Marketing: ein bisschen Nerd muss sein

Das Netz wächst rasant – und damit auch dessen Nutzung als Werbefläche. An Online-Marketing kommt kaum eine Firma mehr vorbei. Gleich mehrere digitale Werbe-Experten arbeiten bei der Freiburger Haufe Gruppe. Drei davon hat das f79 zum Gespräch getroffen. Trainee Ulrich Trusch (Bild) und seine Kollegen wissen, wie Kunden ticken und wie das Internet zur Litfaßsäule wird. Jeder hat sein Spezialgebiet. Teamarbeit ist das A und O.

 
 

Stoppelhaare, weißes T-Shirt, schwarze Digitaluhr. Ulrich Trusch sitzt vor zwei Monitoren in seinem Großraumbüro der Haufe Gruppe. Auf den Bildschirmen flackern Zahlen und Diagramme, er optimiert gerade Google-Anzeigen und Suchbegriffe. Der 25-Jährige ist seit rund einem Jahr Trainee bei der Freiburger Firmengruppe. Seine Abteilung: Online-Marketing. In dem lichtdurchfluteten Raum arbeiten neun Leute. Ihr Ziel ist, die Marke Lexware und unter anderem den Cloud-Service Lexoffice optimal im Netz zu positionieren.


Trusch hat ein Fabel für Technik
. Der gebürtige Freiburger studierte vier Jahre lang Online-Medien in Furtwangen. Dort tauchte er in die Möglichkeiten der digitalen Welt ein. Er beschäftigte sich mit Informatik, Medientechnik, Mediengestaltung und Online-Marketing. Letzteres gefiel ihm so gut, dass er am Ball blieb. Haufe-Lexware bot ihm einen Trainee-Vertrag über 18 Monate an. „Ich habe nicht lange gefackelt und zugesagt“, erinnert sich Trusch. Das war vor gut einem Jahr.


Eine seiner Aufgaben ist Suchmaschinenmarketing (Search Engine Advertising, kurz SEA). Trusch kümmert sich also darum, dass die Werbeanzeigen seiner Firma auf Suchmaschinen wie Google erfolgreich sind. Regelmäßig hat er dafür Konferenzen mit einer Google-Mitarbeiterin. Auch neue Werkzeuge des Suchmaschinenriesen werden ihm dabei vorgestellt. „Als relativ großer Kunde bekommen wir immer die neuesten Tools“, sagt Trusch.

Sein zweiter Aufgabenbereich ist Webdesign. Er versucht, die Online-Auftritte der Firma möglichst attraktiv und kundenfreundlich zu gestalten. Technikaffinität ist für Trusch eine Grundvoraussetzung als Online-Marketing-Manager: „Für viele von uns ist das Hobby und Leidenschaft. Wichtig ist immer, die Dinge zu hinterfragen.“ Man brauche viele gute Ideen, sagt Trusch. Schließlich jagt die Branche von Trend zu Trend. Sein Vertrag läuft noch bis Mai. Gerne würde er dann bei Haufe-Lexware festangestellt werden, die Chancen dafür stehen offenbar gut.

 

Netzaffin: Ulrich Trusch, Frederick Hofmann (links) und Jan Haas (rechts) sagen: Teamwork ist das A und O als Online-Marketing-Manager.


Neben Fachkenntnissen ist Teamarbeit in Truschs Abteilung der Schlüssel zum Erfolg. Denn jeder seiner Kollegen hat andere Spezialgebiete. So auch Frederick Hofmann. Der 31-Jährige ist Marketing-Spezialist mit Schwerpunkt auf Technik – ein „Tecki“, sagen Kollegen. Der studierte Informatiker programmiert Webseiten, kümmert sich um deren Design und entwickelt neue Konzepte. Eines davon ist eine Art Online-Talkshow, die Lexware mit dem Chat-Programm Google-Hangouts umsetzt. Seit November geben Experten monatlich in sechs Folgen Tipps für Kleinunternehmer – zum Beispiel, wie man eine Homepage erstellt.


Auch in die Entwicklung einer Unternehmerwoche, die Lexware bald anbieten möchte, ist Hofmann involviert. Eine weitere Aufgabe ist die Optimierung des Online-Shops von Lexware, dessen Performance Hofmann erhöhen soll. Dafür hat er sich in den Programmiercode eingelesen und nach Schwachstellen gesucht. „Nach drei bis fünf Sekunden ist der User weg“, betont Hofmann, jeder Augenblick zählt.


Die Schnittstellen zwischen verschiedenen Abteilungen im Haus sind wichtig, unterstreicht Jan Haas. Der 31-jährige Online-Marketing-Manager hat Betriebswirtschaftslehre (BWL) studiert und selbst als Trainee in der Firma angefangen. Seit fünf Jahren ist er verantwortlich für Online-Werbekampagnen. Dazu gehört auch, Projekte aus dem Printbereich ins Netz zu bringen. „Online- und Offline-Business sind schwer zu trennen, es gibt viele Wege, um mit dem Kunden zu kommunizieren“, sagt Haas. Gerade im digitalen Zeitalter sei es extrem wichtig, am Puls der Zeit zu sein: „Zu sagen, ‚ein Tablet interessiert mich nicht‘, geht nicht mehr. Man muss sich mit solchen Dingen auch im Alltag beschäftigen“, betont Haas.


Er betreut auch die
Social-Media-Auftritte des Unternehmens sowie einen Blog. „Wir versuchen unsere Marke mit Emotionen aufzuladen“, sagt Haas. Prominente Partner sind Borussia Dortmund und das Lexware-Mountainbike-Team. Ihre Abteilung hat für Haas, Hofmann und Trusch Start-up-Charakter. „Das ist spannend hier, wir haben viel Gestaltungsraum“, sagt Haas. Die Firma entwickle sich rasant und habe coole Pläne, ergänzt Hofmann. Deswegen setzt man dort auch verstärkt auf junge Leute. Keiner in der Abteilung ist älter als 35 Jahre – außer der Chef.

 

Modern: Die Zentrale der Haufe-Gruppe ist im Freiburger Industriegebiet Haid.

 

Haufe-Lexware

Die Haufe-Lexware GmbH aus Freiburg stellt Software und Publikationen für Unternehmer, Selbstständige und Freiberufler her. Mit mehr als einer Million Kunden ist die Firma mit Sitz in Freiburg nach eigenen Angaben Marktführer. Haufe-Lexware gehört zum Medien- und Softwareunternehmen Haufe Gruppe. Dieses hat sich auf die Gebiete Recht, Wirtschaft und Steuern sowie Informationsverarbeitung spezialisiert.

 

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