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Job & Karriere

Sophia Brugger erlebt beim Zoll eine aufregende Ausbildung

Mittendrin: Die 21-jährige Sophia Brugger hat im ersten Jahr ihrer Ausbildung beim Zoll schon einiges erlebt. Sie war unter anderem bei Hausdurchsuchungen dabei, hat bei einem Verhör mitgeholfen und den grenzüberschreitenden Warenverkehr geregelt. Dabei wollte sie eigentlich etwas anderes machen.

 
 

Nach dem Schulabschluss 2013 in Titisee-Neustadt ist Sophia Brugger erst mal nach Neuseeland. „Ich wollte etwas erleben“, erinnert sie sich. Nach einem spannenden Jahr auf der Insel bewarb sie sich für eine Ausbildung bei der Polizei. Dort lehnte man sie wegen einer Sehschwäche ab. Im Nachhinein ein Glücksfall: „Ich bin richtig froh, dass es nicht geklappt hat“, sagt Sophia und strahlt. Denn beim Zoll ist es irgendwie wie in Neuseeland: Es gibt viel zu erleben.


Seit einem Jahr ist sie nun Anwärterin im mittleren Dienst beim Hauptzollamt in Lörrach. Die zweijährige Ausbildung startete mit einer einwöchigen Einführung in Lörrach. Dann ging‘s ans Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung (BWZ) in Sigmaringen. Sechs Monate lang lernte sie dort die theoretischen Grundlagen der Zollarbeit kennen.


„Die Lehrer haben uns von Anfang an gesagt, dass wir jeden Tag lernen sollen. Sonst wird es schwierig“, erinnert sich Sophia. Das nahm sie sich zu Herzen, eine gute Entscheidung. Denn Fächer wie Zolltarifrecht, Vollzugsrecht oder Ausländerrecht verlangen den Auszubildenden viel ab.


„Man betritt eine ganz neue Welt“, erinnert sich Sophia. Es brauche ein bis zwei Monate, bis man Gesetze lesen könne. Doch ziemlich schnell hat sie gemerkt: So schwer ist Jura eigentlich gar nicht: „Es gibt nur richtig oder falsch.“


In der Regel hatte sie von 7.45 Uhr bis 13.30 Uhr Unterricht. Nach der täglichen Lernschicht am Nachmittag blieb Zeit für Sport, zum Chillen oder Feiern. Die Wochenenden verbrachte sie zu Hause in Schluchsee. Die drei schriftlichen Zwischenprüfungen zum Abschluss des Einführungslehrgangs meisterte sie souverän.


Seit Januar ist sie nun im praktischen Teil. Ihre erste Station war die Warenabfertigung bei einem Grenzzollamt. Dort lernte sie, wie die Ein- und Ausfuhr von Gütern geregelt wird. Von Abfall über Klopapier bis zum Brautkleid. Nach Umzügen über Landesgrenzen prüft der Zoll zudem, dass Umzugsgüter nicht verkauft werden – denn das ist ein Jahr lang verboten. Ertappt hat Sophia keinen. „Alles Bilderbuchbürger“, schwärmt die Auszubildende.


Ihre zweite Station war die Finanzkontrolle Schwarzarbeit – für Sophia ein Highlight. „Ich habe da wirklich alles mitgemacht und war fast jeden zweiten Tag unterwegs“, schwärmt die 21-Jährige. Unter anderem war sie bei zwei Hausdurchsuchungen dabei. „Das ist Nervenkitzel, wenn man sich morgens um 4 Uhr trifft“, berichtet sie. Mit etwa 30 Kollegen inspizierte sie im Morgengrauen die Wohnung eines mutmaßlichen Betrügers. Auch bei einem Verhör war sie mit von der Partie und konnte selbst Fragen stellen. Ähnlich spannend war die Prüfung eines Betriebs. „Der Zoll hatte einen Hinweis bekommen, dass dort schwarz gearbeitet wird“, erzählt Sophia.


Die Zollbeamten sind in solchen Momenten bewaffnet, um sich im Notfall schützen zu können, betont Zollsprecherin Antje Bendel. Den Umgang damit lernt Sophia erst nach der Ausbildung – falls sie eine entsprechende Stelle bekommt. Sophia würde sich das wünschen, die Finanzkontrolle Schwarzarbeit hat es ihr angetan.


Ihre Zukunft beim Zoll ist jedenfalls gesichert. Zum einen, weil sie sich pudelwohl fühlt. Zum anderen, weil der Zoll nie mehr Auszubildende einstellt als wirklich gebraucht werden.

 

Infos:
Auszubildende beim Zoll bekommen ein Monatsgehalt von 1100 Euro. Ein Dienstlaptop wird gestellt. Interessierte können sich bis zum 23. September bewerben.
Mehr Infos // www.zoll.de

 

 

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