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Job & Karriere

Grüner Daumen, große Maschinen: Niklas Herdel hat seinen Traumberuf gefunden

Draußen ackern, egal bei welchem Wetter – Niklas Herdel mag das. Der 18-Jährige macht eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner bei der Stadt Freiburg. „Das ist mein Traumberuf“, schwärmt der Azubi beim f79-Gespräch auf dem Bauhof in St Georgen. Im Juni ist seine Abschlussprüfung. Bis dahin muss er noch 100 Pflanzennamen lernen – auch auf Latein. Riesen zu fällen macht ihm deutlich mehr Spaß.

 
 

Einen großen Baum zu fällen ist für Niklas etwas Besonderes: „Das Geräusch ist cool, wenn so ein Riese fällt und es richtig knackt.“ Die spektakulärste Aktion in seinen bisherigen zwei Jahren als Azubi war auf dem Schlossberg. Bei einer rund 45 Meter hohen Buche war ein Ast abgebrochen. Sie musste aus Sicherheitsgründen gefällt werden. „Das war ein Riesenact“, erinnert sich Niklas. Allein die Äste seien so groß gewesen wie ein gewöhnlicher Baum.

Im dritten Lehrjahr bei der Stadt Freiburg weiß der gebürtige Schallstädter eines sicher: „Ich habe meinen Traumberuf gefunden.“ Die Arbeit als Landschaftsgärtner sei abwechslungsreich „Gut, aber hart“, bringt er es auf den Punkt. Bei Wind und Wetter ist er draußen. „Ich werde oft belächelt, wenn ich erzähle, dass ich Gärtner lerne“, berichtet Niklas. Die Leute denken, er stehe im Gewächshaus und gieße Rosen. Dann zeigt er ihnen Fotos von seiner Arbeit. „Plötzlich machen sie große Augen“, sagt der Auszubildende und grinst.

Einmal hat er mit Kollegen am Seepark einen Natursteinpflasterweg erneuert. „Bei 45 Grad“, betont Niklas. Auch bei Minusgraden ist er auf Achse. „Man darf nicht zimperlich sein“, sagt er. Aber es gebe ja warme Kleidung und beim Arbeiten komme man auf Temperatur. Probleme bereiten höchstens Schnee und Regen.

Kraft und Köpfchen sind für Landschaftsgärtner das A und O. Viel Fachwissen sei gefragt – nicht nur für die Abschlussprüfung. Dabei wird Niklas Pflanzen zuordnen und benennen müssen, insgesamt 400 Namen muss er dafür kennen – auf Deutsch und Latein. 250 bis 300 weiß er schon, bis zur praktischen Prüfung im Juni muss er sich die restlichen merken. „So viele Pflanzen in drei Jahren – das ist knackig“, sagt er. Manche Azubis seien sehr nervös, er mache sich jedoch keine Gedanken. Wird schon schiefgehen.

Auch ein Grüner Daumen gehört dazu. „Ich mag Pflanzen, hatte schon früher welche zu Hause“, berichtet er. Schon vor der Ausbildung war er Hobbygärtner im Garten der Familie. Nach einem Praktikum hat er schließlich das Hobby zum Beruf gemacht. Die Bedingungen bei der Stadt seien gut. Es gebe viele Bereiche und viele Kollegen. „Man arbeitet nicht nur mit drei Leuten das ganze Jahr über“, sagt Niklas.

Nach seiner Ausbildung kann er wie alle Azubis der Stadt ein halbes Jahr garantiert im Job bleiben. Wie es dann weitergeht, ist offen. Wenn möglich, würde er gerne bei der Stadt bleiben. Falls nicht, ist er überzeugt, anderswo eine Stelle zu bekommen: „Das ist kein Problem.“

Beim Gang über den Bauhof in St Georgen zeigt er die orangenen Fahrzeuge des Betriebs. Große Maschinen haben es ihm angetan. Genau wie das Sägen. Ein Bürojob wäre nix für ihn: „Ich kann nicht ruhig sitzen, da war sowieso klar, dass ich ins Handwerk gehe.“ Einen Garten anzulegen, der über Jahre Bestand hat, sei erfüllend. Das sei die Anstrengung wert. Niklas empfiehlt jedem, die Gärtnerei mal auszuprobieren. Erst wenn man es gemacht habe, wisse man, wie schön es ist. Für Halbherzige sei der Job als Landschaftsgärtner jedoch nichts: „Wenn man es durchzieht, dann richtig.“

Infos:
Landschaftsgärtner in der Ausbildung bei der Stadt Freiburg verdienen 888,26 Euro brutto im 1. Ausbildungsjahr. Bewerbungsfrist ist der 31.12.2016.

Mehr Infos // www.wirliebenfreiburg.de; Ansprechpartnerin: Ulrike Drayer, Tel. 0761/201-4614, ulrike.drayer@stadt.freiburg.de

 

 

 

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