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Job & Karriere

Vier Ecuadorianer in Freiburg: schweißtreibende Praktika

20 Schüler aus Ecuador haben vier Wochen lang Freiburg besucht. Die Zwölftklässler aus Ecuador machten hier ein vierwöchiges Praktikum in verschiedenen Betrieben. f79-Autorin Valentina Poveda, selbst aus Quito, hat vier Kollegen an ihrem Arbeitsplatz besucht. Eines haben alle gemein: Die Arbeit ist ganz schön anstrengend.

 
 

Nayibe Cueva macht ihr Praktikum in der Konditorei des Colombi Hotels, dem edelsten Hotel der Stadt. Die Schülerin kocht und backt für ihr Leben gern. Sie steht vor allem auf Desserts - und will diese perfektionieren. Deswegen hat sie sich für das Konditorei-Praktikum entschieden.

Die 17-jährige hat viele neue Techniken gelernt - zum Beispiel, dass man Gelatine auf Obst macht, damit es glänzt und länger hält. Das Auge ist schließlich mit. Sie hat vor allem in der Patisserie gearbeitet: Obst schneiden, Fondantblumen machen, mit Sahne und Schokolade dekorieren. Das ist für sie kein Problem. Problematisch ist dafür die Sprache. Immer wieder mussten ihr Wörter erklärt werden, erzählt sie. Das hat sich aber gebessert.Ob sie später mal in dem Bereich arbeiten wird, weiß sie noch nicht. "Die Arbeit ist ziemlich anstrengend", sagt Nayibe. Spaß gemacht hat es trotzdem.

Auch Claudia macht ihr Praktikum im Bereich Lebensmittel. Sie arbeitet bei einer Süßwarenfabrik mit. Süße Werbung, heißt die Firma. Die 17-jährige interessiert sich schon länger für die Funktionen des Körpers und wie Ernährung diese beeinflussen kann.

Heute mischt sie Glucose und Wasser. Die Mischung gibt sie in eine Backform mit Mehl und Farbstoff, dann muss das Ganze zwei Tage trocknen, schon sind die süßen Gummis fertig und müssen nur noch verpackt werden.

Claudia war in mehreren Abteilungen dabei. Sie hat die Produktion kennengelernt, dort verpackte sie die Ware und trennte gute von schlechter Ware. Das war zugleich der schwierigste Teil, weil sie lange auf den Beinen ist und schnell und präzise sein muss. Später hat Claudia Nährwertangaben auf die Verpackung geklebt und dabei gelernt: Auch wenn kein Zucker in den Gummis ist, viele Kohlenhydrate haben sie dennoch. Auch im Qualitätsmanagement konnte Claudia mitmachen. Dort musste sie prüfen, ob die Ware schmeckt. "Ein Traumjob", schwärmt sie. Was zu weich, fettig oder hart war, wurde aussortiert. Das Praktikum hat ihr gefallen, auch wenn sie über Ernährung nicht viel lernen konnte.

Herz für Tiere: Maria hat bei einem Tierarzt mitgearbeitet.

Etwas ganz anderes macht María Emilia Altarimano. Ihr Herz schlägt für Tiere, deswegen schnuppert sie als Praktikantin in eine Tierarztpraxis rein. Ihre Aufgaben: Käfige und Tische putzen, Decken waschen, bei Behandlungen dabei sein. Die erste OP war für die 17-Jährige schwer zu ertragen. Sie gewöhnte sich aber daran. Mittlerweile kann sie richtig mit anpacken und kennt viele Namen von medizinischen Geräten.

Doch nicht immer hatte sie viel zu tun. Das Warten hat sie ein wenig genervt. Viel härter war jedoch, Tiere leiden zu sehen. Wirklich helfen kann man da nicht, sagt sie. Ob das später ihr Traumjob wird? María Emilia ist unentschlossen. Sie hat gemerkt, dass die Arbeit doch ziemlich anstrengend ist. Aber ihre Liebe für Tiere ist noch weiter gewachsen.

Einen Volltreffer hat Joaquín Coloma gelandet. Er hat sich als Praktikant in einem Hotel versucht. "Ich hätte nie gedacht, dass kellnern so hart ist", sagt er. Doch er hatte auch jede Menge Spaß. Im Hotel Post bei der der Therme in Badenweiler hatte er vielfältige Aufgaben. Um das Frühstück zu servieren, musste er richtig früh aufstehen - zwei Wochen lang, die schwierigsten seines Praktikums.

Danach ging's in die Küche. Dort lernte er von geduldigen Chefs tolle Rezepte. Und durfte sogar Pasta kochen. Jeden Tag hatte er andere Aufgaben und ging darin richtig auf. Unglaublich, wie viel Essen da gekocht wird", sagt Joaquin.

Am interessantesten fand er, was hinter den Kulissen passiert. Geschirr spülen, Besteck sortieren, Koffer tragen ... Vom Personal hat er viel gelernt und ist sehr zufrieden mit seiner Stelle. Sein Traum: später mal ein eigenes Hotel führen. Auch wenn er dann am Wochenende und spät abends arbeiten muss.

Den Traumjob gefunden: Joaquin hat die Arbeit in einem Hotel kennengelernt.

 

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