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Job & Karriere

Autobranche auf der Überholspur: Erneuerte Ausbildung zum Automobilkaufmann

Digitalisierung, Vernetzung und Elektromobilität beschleunigen das hohe Entwicklungs- und Innovationstempo in der Automobilbranche. Moderne Fahrzeuge werden mit neuen Funktionen und Fahreigenschaften ausgestattet, die die Autofahrer mit vielfältigen Assistenz-Systemen unterstützen. Durch die zunehmende Komplexität der Produkte rückt der Bereich After-Sales im Automobilhandel verstärkt in den Blickpunkt. Die Bedeutung des Internets für den Handel ist stark gestiegen. Auch in den Verkaufsräumen bedient man sich zunehmend digitaler Unterstützung. Dies wirkt sich auch auf die kaufmännischen Bereiche wie Marketing und Vertrieb aus.

 
 

Neu seit 1. August 2017 in der Ausbildungsordnung ist eine stärkere Einbeziehung verschiedener Bereiche des Betriebs. So wird zum Beispiel die Schnittstelle der Automobilkaufleute zwischen Vertrieb und Werkstatt hervorgehoben, denn Grundlagenkenntnisse über Werkstattprozesse sowie Fahrzeugtechnologien stellen eine wichtige Basis für alle kaufmännischen Tätigkeiten dar. Außerdem wird der Bereich Kundendienst und Service durch Aspekte von Kundenmobilität und Nutzung digitaler Informationssysteme angereichert.

Kommunikative Kompetenzen, veränderte rechtliche Rahmenbedingungen, Datenschutz und Datensicherheit erhalten einen höheren Stellenwert. Ebenfalls neu ist eine stärkere Berücksichtigung der Nachhaltigkeit und des Umweltbewusstseins in Form umweltgerechter Entsorgung von Fahrzeugen, Komponenten und Betriebsstoffen.

Mit Auge: Kenntnisse über Werkstattprozesse und Fahrzeugtechnologien sind Pflicht.

 

Die modernisierte Ausbildungsordnung sieht ferner vor, dass alle Auszubildenden die wesentlichen Bereiche des Betriebs durchlaufen: Teile und Zubehör, Werkstatt, Kundendienst und Service, Marketing, Fahrzeughandel und -vertrieb, Finanzdienstleistungen, Personal sowie kaufmännische Steuerung und Kontrolle. Die bisherige Einteilung in Einsatzgebiete wurde aufgehoben.

Automobilkaufleute arbeiten in Betrieben der Kraftfahrzeugbranche, vorwiegend bei Autohäusern, Fahrzeugimporteuren sowie Automobilherstellern. Sie unterstützen den Verkauf von Fahrzeugen durch vor- und nachbereitende kaufmännische Tätigkeiten, der Fahrzeugverkauf selbst ist aber nicht Bestandteil des Ausbildungsberufs. Für daran interessierte Automobilkaufleute bieten die Kfz-Hersteller die in der Branche etablierte Weiterbildung zum Automobilverkaufsberater an. Darüber hinaus eröffnen sich Automobilkaufleuten vielfältige Fortbildungen für den beruflichen Aufstieg. So gibt es unter anderem verschiedene Fachwirt-Abschlüsse, beispielsweise als Geprüfter Handelsfachwirt oder Geprüfter Fachwirt für Marketing oder Einkauf sowie auf darüber liegendem Niveau die Fortbildung zum Geprüften Betriebswirt.

Seit der Einführung des Ausbildungsberufs 1998 hat die Zahl der Auszubildenden stetig zugenommen. Allein im Jahr 2016 haben mehr als 5100 Jugendliche einen neuen Ausbildungsvertrag zum Automobilkaufmann oder zur Automobilkauffrau unterschrieben.

 

 

 

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