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Leute & Leben

Das Shisha-Rauchen

Die Shisha ist eine arabische Wasserpfeife. Zunehmend erfreut sie sich auch in Europa wachsender Beliebtheit. Vor allem Jugendliche setzen sich gerne abends zusammen, um zusammen zu rauchen. Leo Herbst beschreibt die Funktionsweise einer Shisha. Darüber wie schädlich Shisha-Rauchen ist, gibt es noch keine eindeutigen Studien.

 
 

Viele denken nun vielleicht, in einer Wasserpfeife, “Shisha” genannt, würden Drogen konsumiert werden. Diese Annahme ist weit verbreitet, aber schlichtweg falsch! Keineswegs werden in einer Shisha Drogen geraucht, da sie zum Drogenkonsum eher ungeeignet ist. Zum Drogenkonsum findet meist eine Bong Verwendung, die sich im äußeren Erscheinungsbild und auch in der Funktionsweise sehr von einer Shisha unterscheidet.

Spezieller Shishatabak

Die Shisha besteht aus einem Glasgefäß, "Bowl" genannt, welches mit Wasser gefüllt wird und zur Filterung und Kühlung des Rauches dient. Auf die Bowl wird die „Rauchsäule“ gesteckt. Durch sie gelangt der Rauch in die Bowl, wobei sich ein Teil der im Tabak enthaltenen Schadstoffe ablagert. Auf die Rauchsäule wird der “Topf” oder  auch “Kopf” gesteckt, welcher meistens aus Ton besteht. Hier wird der Tabak locker hineingelegt. Hierbei handelt es sich nicht um normalen Tabak wie etwa Zigarettentabak. Der spezielle Shishatabak wird aus sehr milden und nikotinarmen Orienttabaksorten hergestellt und mit Aromen versehen. Nach der Befüllung des Topfes mit Tabak wird er mit einer durchlöcherten Alufolie bedeckt, auf die eine glühende Kohle gelegt wird. Diese verbrennt den Tabak nicht, wie es bei Zigaretten der Fall ist, sondern erwärmt ihn nur, wodurch die im Tabak enthaltenen Aromen, aromatischen Öle, Feuchtigkeit und Harze verdampfen. Das bedeutet, dass der Tabak nach dem Rauchen noch in getrockneter Form vorliegt, da lediglich seine Inhaltsstoffe herausgedünstet wurden.

Durch das Ziehen mit dem Mund am Schlauch gelangt Luft an der glühenden Kohle durch die Löcher in der Alufolie am Tabak vorbei, wodurch dieser erwärmt wird und Rauch entsteht. Der Rauch gelangt durch die Rauchsäule in das mit Wasser gefüllte Gefäß und von dort durch den Schlauch zum Mund. Durch die Zurücklegung diesen langen Weges, der Filterung des Rauches im Wasser und der Ablagerung von Schadstoffen in Rauchsäule und Schlauch wird der Rauch um viele Schadstoffe ärmer und im Geschmack angenehmer und kühler.

Schädlichkeit des Shisha- Rauchens

Ein sehr umstrittenes Thema ist die Schädlichkeit des Shisha-Rauchens. Selbstverständlich ist es falsch zu sagen, das Shisharauchen sei vollkommen unschädlich, denn schließlich handelt es sich wie beim Zigaretten-Rauchen auch um Tabakkonsum. Auf der anderen Seite ist es jedoch fraglich, wie es um die Glaubwürdigkeit vieler Studien bestellt ist, deren Ergebnisse aussagen, das Shisharauchen wäre um ein Vielfaches schädlicher als der Konsum von normalen Zigaretten. Bei Shishatabak handelt es sich um Orienttabaksorten und bei Zigaretten um Mischungen, deren Hauptbestandteile Virginia- und Burleysorten sind, welche einen höheren Nikotingehalt haben als Orientsorten.

Vor allem aber sind die Umstände, unter denen solche Studien durchgeführt werden, und die Fakten, auf die sie sich berufen, genauer zu untersuchen. Beispielsweise werden für die Tests oft unaromatisierte, sehr starke Rohtabake verwendet, wie sie vor vielen Jahren in arabischen Ländern geraucht wurden. Die Kohle wird direkt auf den Tabak aufgelegt, was ein Verbrennen des Tabaks und somit eine stärkere Schadstoffbildung verursacht. Ein anderer grundsätzlicher Fehler ist es, eine ganze Shisha-Session, die bis zu zwei Stunden andauert und an der mehrere Personen teilnehmen, direkt in Vergleich mit einer einzigen Zigarette zu setzen, die innerhalb weniger Minuten geraucht wird.

Studien mit rauchenden Maschinen

Des Weiteren unterliegen viele Studien dem Fehler, die Shisha an eine Maschine anzuschließen, die dann unaufhörlich mit viel Zug an der Shisha raucht. Ein Mensch raucht aber niemals mit einer solchen Kraft und macht während des Shisharauchens auch stets Atempausen. Durch die Maschine entstehen zu viel Hitze, schlechter Geruch und Geschmack, was auf eine stark erhöhte Schadstoffbildung zurückzuführen ist. Oft wird auch betont, im Shishatabak sei Glycerin enthalten, welches beim Erhitzen zum hochgiftigen Propenal zerfalle. Das mag sicherlich stimmen, jedoch wird nicht berücksichtigt, dass Propenal wasserlöslich ist und somit in der Bowl bleibt und gar nicht erst in den Körper des Rauchers gelangen kann.

Bei den Studien werden vorzüglich selbstzündende Kohlen verwendet, deren Verwendung eine erhöhte Schadstoffentwicklung mit sich bringt. Viele Shisha-Raucher verwenden jedoch “Cococha- Naturkohlen”, welche aus Kokusnussschalen hergestellt werden. Diese Naturkohlen weisen eine niedrigere Hitzeentwicklung und gleichmäßigeres Glühen auf, was zur Erhaltung des fruchtigen Geschmacks des Rauches und einer weitaus geringeren Schadstoffentfaltung führt, als es bei selbstzündende Kohlen der Fall ist.

Nikotin- und teerfreier Tabak

Auch das Wasser in der Bowl und die Rauchsäule weisen eine Filterwirkung auf. Im Wasser der Bowl bleibt ein Teil der Schadstoffe zurück und in der Rauchsäule lagert sich ein weiterer Teil ab. Will man die Schädlichkeit des Shisharauchens auf ein Minimum verringern, stehen zahlreiche Möglichkeiten offen: Man kann zum einen weitere Filter in Schlauch und Rauchsäule einbauen und zum anderen komplett nikotin- und teerfreien Tabak von Marken wie Soex und Noor verwenden. Bei diesem Tabak handelt es sich aber genau genommen nicht um Tabak, sondern Zuckerrohrerzeugnisse, wobei die Unterschiede zu herkömmlichem Shishatabak nicht sehr groß sind.

Dieser Artikel stammt aus der Financial T('a)ime, die mit Landespreisen und SPIEGEL-Bundespreis ausgezeichnete Schülerzeitung der Kaufmännischen Schule (mit Wirtschaftsgymnasium) Tauberbischofsheim, 2. Internet-Ausgabe.

 
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