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Leute & Leben

Dampfen gefährdet die Gesundheit // Gefährlicher Trend: Wie schädlich ist die E-Shisha wirklich?

Sie ist einem Stift auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich und in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich: Die E-Shisha. Der elektronische Ersatz-Glimmstengel ist im Moment auch an Schulen das Pausenhofthema schlechthin. Doch wie schädlich ist sie wirklich? Die f79-Reporterinnen Angela und Alana haben mit Iris Wurmbauer, Referentin für Suchtprävention bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gesprochen.

 
 

Die E-Shisha ist eine Batterie betriebene Wasserpfeife, die die Größe und Form eines Stiftes hat und ist in vielen Geschmacksformen wie etwa Schoko, Kaugummi und Erdbeere erhältlich ist. Sie spricht vor allem Jugendliche an und ist schon für 7,99 Euro erhältlich. Im Gegensatz zu Tabak oder Alkohol unterliegt sie nicht dem Jugendschutzgesetz und darf somit von jedermann gekauft werden.


Die Hersteller finden das – natürlich – in Ordnung. Aber ist der Inhalationsstab tatsächlich so unschädlich wie die Industrie behauptet? Um genauer nachzufragen und noch mehr darüber zu erfahren haben die Reporterinnen mit einer Referentin für Suchtprävention von der BZgA gesprochen. Zu erst einmal wollten sie von Iris Wurmbauer (34 Jahre) wissen, was denn der Unterschied zwischen einer E-Shisha und einer E-Zigarette ist, und wie eine E-Shisha funktioniert: „Die E-Shisha und die E-Zigarette sind vom Aufbau her sehr ähnlich, beide bestehen aus einem Mundstück, einer Kartusche in der eine Flüssigkeit enthalten ist, das sogenannte Liquid, und einer Batterie.“ Unterschiede liegen laut der Expertin vor allem darin, dass bei der E-Shisha die Mundstücke sowie die Aromen, denen einer normalen Shisha nachempfunden sind: „Die E-Shishas sind oft etwas bunter und poppiger aufgemacht als E-Zigaretten.“

 

Expertin rät vom Dampf-Konsum ab


Auch in der Funktion sind E-Zigarette und E-Shisha gleich: Sobald man an dem Mundstück saugt, wird das Liquid in der Kartusche elektronisch erhitzt, woraufhin es verdampft und somit inhaliert werden kann. Aber: Wie schädlich ist der Dampf? Und welche Stoffe enthält er? Wie auch in E-Zigaretten ist auch in manchen E-Shishas das Nervengift Nikotin enthalten, das Abhängigkeit erzeugen und zu Herz-Kreislaufproblemen führen kann. „Noch ist wenig über die Produkte bekannt. Aber wir wissen, dass in vielen Liquids Propylenglykol enthalten ist. Diese Chemikalie kann, wenn sie eingeatmet wird, zu Atemwegsreizungen führen,“ so Wurmbauer. Auch deswegen rät die Diplom-Pädagogin vom Dampf-Konsum ab. Zudem sind Experten überzeugt, dass Jugendliche, die E-Dampf inhalieren, auch bereitwilliger zu normalen Zigaretten und Shishas greifen. Man könnte also durchaus sagen: Dampfen gefährdet die Gesundheit.


Grundsätzlich rät die BzgA vom Konsum ab.
Gesetzlich sind die batteriebetriebenen Möchtegern-Kippen nicht verboten. Schulen können jedoch das Rauchverbot auch auf E-Shishas ausweiten und den Konsum auf dem Schulhof und im Gebäude untersagen. „Eltern und Lehrkräfte sollten dabei in jedem Fall auch auf Gespäche und Aufklärung setzen“, rät Wurmbauer.


Der Schulhoftrend Dampfen ist seit einiger Zeit im Kommen,
jedoch hofft man, dass dieser genauso schnell verschwindet wie vor wenigen Jahren der kurze Zeit legal erwerbliche Cannabis-Ersatz „Spice“. Dann können alle Eltern und Lehrer fürs Erste wieder durchatmen - ohne dabei Erdbeer-, Schoko- oder Kaugummi-Dampf in der Nase zu haben.

 
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