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Leute & Leben

Tattoo-Kommentar: Stich mit Stil

Die f79-Autorin Sarah Golombeck ist nicht nur tätowiert, sie hat auch intensiv zu Tattoos recherchiert. Für ihren Artikel "Megatrend: wie Freiburger tätowieren" (siehe f79-online und f79-Juni-Heft) hat sie in zwei Freiburger Tattoo-Studios vorbeigeschaut und mit einem Wissenschaftler gesprochen. Sarah findet: Tattoos haben Stil - zumindest meistens.

 
 

Kommentar

von Sarah Golombeck (Foto rechts)

Tattoos sind in. Laut einer aktuellen Studie haben 14 Prozent der 16- bis 25-Jährigen eines. Schon als Kind waren Abziehbildchen der absolute Renner. Wer ein Tattoo hat, ist cool. Doch was ist mit dem Gesundheitsrisiko? Völlig egal. Unser Körper kriegt tagtäglich große Mengen an schädlichen Stoffen ab – von Abgasen bis hin zu Pestiziden im Essen – da macht ein bisschen Farbe auch nichts mehr aus. Die Farbe unterliegt dem Kosmetik- und Lebensmittelgesetz. Wir haben uns also alle Inhaltsstoffe schon auf einem anderen Weg zugeführt.


Wenn Eltern oder Großeltern mit erhobenem Zeigefinger vor einem stehen und eine Predigt ablassen, von wegen es sei ungesund, sähe nicht schön aus und überhaupt, man verunstalte seinen Körper: Ihr hattet in den 70er Jahren genauso eure Trends – kiffen ist auch nicht gesundheitsfördernd. Und im Gegensatz zum Drogenkonsum vermittelt ein Tattoo etwas. Es kann eine Botschaft an sich selber sein, damit man zum Beispiel seine Herkunft, seine Religion oder einen Augenblick nicht vergisst. Oder es soll der Welt etwas sagen: ein Motto, ein Zeichen setzten.

Auch ich habe ein Tattoo. Es ist ein Zeichen aus der indischen Mythologie und symbolisiert den Urklang – bei den Hindus wurde die Welt aus der Musik erschaffen. Somit erinnert es mich an meinen Ursprung und verschafft mir gleichzeitig Nähe zur Musik. Begegne ich jemandem, der das gleiche Tattoo hat, fühle ich mich sofort mit ihm verbunden. Denn auch das können die gestochenen Motive: Verbundenheit mit einem Unbekannten aufbauen.

Tattoos, die keine tiefere Bedeutung haben, sind hingegen unnötig – Arschgeweihe gehen mit bestem Beispiel voran. Ebenso Tierpfoten, die das Bein hochtappen, „weil es halt cool ist“. Cool ist Individualität. Ein Tattoo mit Hintergrund ist individuell. Und somit voll im Trend.

Hinweis: Sarahs Artikel zu Tattoos in Freiburg findet ihr hier: "Megatrend: wie Freiburger tätowieren"

 
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