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Leute & Leben

Urban Exploration: knipsen an mystischen Orten

Urban Exploration ist die Kunst, alte Gebäude, kaputte Ruinen in einem besonderen Moment zu fotografieren. So soll der Prozess festgehalten werden, wie die Natur sich die Welt zurückerobert. f79-Autorin Beyza Ay hat sich mit dem 18-jährigen Urban Explorer Kurt Lichtenberg aus Titisee-Neustadt über den aktuellen Fototrend unterhalten. (inklusive Bildergalerie)

 
 

f79 // Kurt, wie bist Du auf Urban Exploration aufmerksam geworden?

Kurt // Angefangen hat es mit normaler Fotografie. Durch das Fotografien bin ich dann auf das Urban Exploration gestoßen.

 

f79 // Was fasziniert Dich an diesen Orten?

Kurt // Die Orte geben starke Kontraste zu der normalen Umwelt, weil sie teilweise von der Natur zurückgewonnen werden. Sie wirken sehr mystisch, wenn man sie in bestimmter Art und Weise präsentiert. Teilweise erinnern sie auch an Szenerien von Videospielen. Das Besondere ist es, das mit eigenen Augen zu sehen und die Momente mit der Kamera einzufangen.

 

f79 // Solche Orte zu finden, ist bestimmt nicht einfach.

Kurt // In fast jeder Stadt gibt es Orte, wie zum Beispiel Industriegebiete, alte Gebäude, alte Häuser von Privatpersonen, die verlassen sind. Wenn man die Augen offen hält und in Großstädten sich von den Touristen entfernt, findet man schnell solche Orte.

 

f79 // Zu welcher Zeit kann man am besten Fotos machen?

Kurt // Hauptsächlich morgens und abends, da man so die besten Bilder durch die Lichtverhältnisse bekommt. Wenn man aber in Gebäuden fotografiert, geht das auch tagsüber, je nachdem was für ein Bild man erzielen will.

 

 

f79 // Warst Du schon einmal an einem Ort, an dem du dich gefürchtet hattest?

Kurt // Nein, ich bin an den Orten besonders vorsichtig. Vor allem, wenn es alte Gebäude waren, bei denen der Einsturz drohte. Zum Beispiel gibt es welche mit Glasdächern, bei denen Scheiben runterfliegen können. Man trifft Personen, die Drogen besitzen oder konsumieren bis hin zu Obdachlosen. Mir ist das noch nicht passiert, ich hatte auch nie wirklich Furcht verspürt.

 

f79 // Braucht man spezielle Ausrüstung?

Kurt // Ja. Ich fühle mich zum Beispiel stark in meinen Möglichkeiten eingeschränkt, wenn ich mein Handy benutze. Ich benutze eine digitale Spiegelreflexkamera mit verschiedenen Objektiven und Stativen. Stative sind für meine Bilder sehr wichtig, da ich oft mit Langzeitbelichtung arbeite. Ebenso wichtig ist es, sich vom Ort inspirieren zu lassen und auch allerlei Perspektiven auszuprobieren.

 

f79 // Kannst Du dir vorstellen das beruflich zu machen?

Kurt // Eventuell schon, obwohl das nicht mein Vorhaben ist. Ich kann nicht einschätzen, ob man mit Fotografie genug Geld verdienen kann.

 

f79 // Hast Du Tipps für Leute, die mit Urban Exploration anfangen wollen?

Kurt // Wichtig ist, dass man sich bewusst sein sollte, dass man oft gegen Gesetze verstößt. An manchen Orten begeht man Hausfriedensbruch. Meistens will die Polizei nicht, dass Jugendliche dort hingehen, weil es zu gefährlich ist.

 

 

Regeln für Urban Explorer

Es gibt ein paar Regeln, die jeder Urban Explorer einhalten sollte. Zum einen, die sogenannten „Lost Places“ (verlassene Orte) nicht zu zerstören, zum anderen, sich der Gefahren bewusst zu sein und sich nicht zu verletzten. Dazu gehören Einsturzgefahren, gefährliche Gase und tiefe Wasserpfützen, die nicht einschätzbar sind. Da immer ein gewisses Risiko besteht, ist es sinnvoll, nicht alleine unterwegs zu sein. In manchen Gebäuden ist eine Schutzausrüstung überlebenswichtig.

 

Bilder von Kurt Lichtenberg

 

 

 

 

 

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