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Leute & Leben

Wegwerfware Klamotten: Million im Schrank

Mode und Aussehen sind ein wichtiger Teil unseres Lebens. Viele möchten gut aussehen und achten auf ihren Stil. Unsere Generation ist bekannt dafür. Dabei werden Unmengen an Klamotten gekauft und unbenutzt wieder weggeworfen. Laut Greenpeace liegen eine Million Kleidungsstücke in Deutschland ungenutzt im Schrank. Anissa Belgacem vom Schülermagazin a52 für Aachen und die Region hat erschreckende Fakten zur „Wegwerfware Klamotten“ recherchiert. Und ihre Meinung dazu: am besten selbst pimpen.

 
 

Die Non-Profit-Organisation Greenpeace hat die Kampagne „Wegwerfware Kleidung“ gestartet. Dabei geht es um den Kleiderkonsum, vor allem in Deutschland. Laut einer Studie von 2015 wird billige Ware in Massen verkauft, obwohl viele Kleidungsstücke kaum getragen werden. Vor allem Textilgiganten wie H&M, Zara, Lidl und Aldi kurbeln dieses Verhalten an, informiert Greenpeace. Meist mit fatalen Folgen.

Ein Beispiel: Für die Herstellung einer einzelnen Jeans, die man hier im Geschäft kauft, werden in Bangladesch 7000 Liter Wasser verbraucht. Dabei fließen Unmengen an giftigen und krebserregenden Chemikalien in Flüsse und Meere. 70 Prozent der Menschen sind sich laut Greenpeace dieser Risiken bewusst, da in Schulen viel über Billiglohnländer gesprochen wird. Trotzdem wird beim Kauf nicht beachtet, wie dieses Produkt hergestellt wurde, sondern wie es aussieht und wie viel es kostet. Greenpeace ist der Meinung, dass solch ein Denken gefährlich für die Umwelt ist (www.greenpeace.de/detox).

Man sollte gegen diesen Fast-Fashion-Wahn ankämpfen und ihn stoppen, lautet der Appell. Greenpeace hat zu dieser Kampagne eine Online-Umfrage gestartet, an der 1011 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren teilgenommen haben. Greenpeace wollte wissen, wie lange Kleidung getragen wird, ob Reparatur und Kleidertausch genutzt werden und welche Kriterien beim Kauf für die Menschen wichtig sind.

Im Schnitt besitzt ein Deutscher 50 bis 100 Kleidungsstücke. Dabei haben Frauen im Durchschnitt mehr Teile als Männer und kaufen auch gerne mehr ein. Das Kaufverhalten wird durch Geschlecht, Bildung, Herkunft und Einkommen beeinflusst. Je mehr Bildung und Einkommen, desto mehr wird auch gekauft. Bei der Umfrage stellte sich heraus, dass viele Kleidungsstücke nur ein- bis zweimal getragen werden und einige sogar unbenutzt bleiben. In einem Kleiderschrank mit etwa 100 Teilen wird also jedes fünfte so gut wie nie getragen. Besonders Oberteile, Hosen und Schuhe werden schnell weggeworfen oder aussortiert. Dabei ist der Grund selten, dass das Kleidungsstück zu klein ist, sondern eher, dass es einem nicht mehr gefällt.

Deshalb ist das Design eines Kleidungsstücks heutzutage so wichtig. Je nach Geschmack sortieren viele ihre Kleider aus, vor allem wenn es keinen Platz mehr im Schrank gibt. Dann werden unbenutzte oder kaum getragene Sachen einfach weggeworfen, um für neues Platz zu machen. Dabei ist es ganz einfach, sein Kaufverhalten zu verbessern. Man kann alte oder nicht mehr benutzte Klamotten spenden oder in die Altkleidersammlung geben. Gute Alternativen sind auch Kleidertauschbörsen, bei denen man Kleidung einfach gegen andere tauscht. Ein gutes Beispiel ist die Plattform Kleiderkreisel. Hier kann man Kleidungsstücke verkaufen, verschenken oder mit anderen Mitgliedern tauschen. Die Plattform gilt als vertrauenswürdig, der Zustand des Kleidungsstücks wird angegeben. Auch ich habe damit bereits einige gute Erfahrungen gemacht. Trotz ihrer Einfachheit werden solche Angebote recht wenig genutzt. Die Greenpeace-Umfrage zeigt jedoch, dass wenigstens ein paar Leute ihre alten Kleider weitergeben oder spenden.

 

„Sogar selbst pimpen“

Kommentar von Anissa Belgacem


Shoppen macht Spaß. Das Kaufverhalten anderer kann man verstehen, jedoch sollte man trotz allem auf sein Verhalten achten. Viele Konsumenten wünschen sich Siegel auf Kleidungsstücken, um klar sehen zu können, wie das Produkt hergestellt wurde. Dabei sind auch Garantien wie bei Elektrogeräten gefragt. Das bedeutet, dass man beispielsweise eine Verschleißgarantie bekommt, falls der Reißverschluss eines Pullovers kaputt geht. Man bekommt also einen neuen Pullover, während der andere repariert und weiterverkauft oder gespendet wird. Es ist die Aufgabe der Unternehmen, so etwas durchzusetzen.

Fast-Fashion-Konsum hat in Deutschland einen hohen Stellenwert. Man sollte jedoch darauf achten, was man kauft – und auch, was man wegschmeißt. Man kann verschlissene oder „langweilige“ Kleidungsstücke einfach reparieren lassen oder sogar selbst aufpimpen. So etwas ist heutzutage einfach und preiswert. Kleidertauschbörsen könnten mehr Aufmerksamkeit gebrauchen, und große Unternehmen sollten ihre Kleidungsstücke klar kennzeichnen, um den Konsumenten zu zeigen, was fair produziert wurde.

 

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