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Leute & Leben

Die virtuelle Realität - Reise in fremde Welten

Du durchstreifst einen düsteren Dschungel. Du hörst tropisches Vogelgezwitscher und das Tosen eines Wasserfalls. Plötzlich beginnt der lehmige Boden unter deinen Füßen zu vibrieren. Du vernimmst ein stampfendes Geräusch, das zunehmend lauter wird. Erschrocken drehst du dich um und erblickst einen Tyrannosaurus. Er rast auf dich zu. Das alles kann man bei virtueller Realität erleben. Auch im Europa-Park in Rust sind solche Effekte schon im Einsatz. Florian Perzl vom Münchner Schülermagazin m80 hat sich das näher angeschaut.

 
 

Eine Situation, die wohl die wenigsten kennen dürften. Doch das könnte sich schon in naher Zukunft ändern. Denn genau solche beeindruckenden Szenarien versuchen momentan Entwickler und Hersteller verschiedener Medienunternehmen zu verwirklichen. Die Rede ist von sogenannten Virtual-Reality-Brillen. Das Ziel solcher Brillen ist es, dem Benutzer das Gefühl zu geben, er befände sich in einer völlig anderen Welt. Diese können virtuelle Nachbauten von realen Schauplätzen sein oder rein fiktive Orte. Sei es ein gemütlicher Spaziergang durch eine fremde Stadt, eine wilde Achterbahnfahrt wie im Europa-Park oder ein Weltraumabenteuer im eigenen Raumschiff. Der virtuellen Welt sind keine Grenzen gesetzt.

Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Anstelle von durchsichtigen Gläsern, wie man es von einer normalen Brille kennt, befinden sich in einer VR-Brille Bildschirme. Diese sind entweder mit dem eigenen Handy, dem PC oder der Spielekonsole verbunden. Außerdem sind Sensoren in das Gerät eingebaut, die die Bewegungen des Kopfs erfassen. Das heißt, man kann sich durch einfaches Drehen und Neigen des Kopfs in der virtuellen Welt umsehen. Dazu kommen noch die Kopfhörer, die in der Lage sind, räumliche Klangeffekte wiederzugeben. Somit hat man das Gefühl, die Geräusche würden aus verschiedenen Richtungen auf einen zukommen.

 

Nebenwirkungen: Durch die neue Technologie kommt es vereinzelt zu Schwindelgefühlen und Orientierungsverlust.

 

Was viele Leute nicht wissen: Die ganze Idee von VR-Brillen – oder auch Head-Amounted-Displays genannt – ist alles andere als neu. Schon 1985 entwickelte die NASA ein solches Gerät mit dem Namen VIVED. Das Ziel war, Roboter aus sicherer Umgebung in gefährlichen Regionen zu steuern. Somit mussten sich die Astronauten nicht selbst in Gefahr begeben. Doch auch in der Entertainment-Branche versuchten sich Entwickler schon vor über 20 Jahren an der Vermarktung von Virtual-Reality-Brillen. Das stellte sich allerdings schnell als Misserfolg heraus, da die Konsolenspiele zu dieser Zeit einfach grafisch noch zu schlecht waren und die Spieler oft schon nach wenigen Minuten Kopfschmerzen oder Übelkeit verspürten. Doch jetzt, mehr als zwei Jahrzehnte später, ist die Technik ausgereift genug, um die virtuelle Realität marktfähig zu machen.

Als das Unternehmen Oculus VR 2013 mit Oculus Rift erstmals ihre VR-Brille vorstellte, war die Begeisterung groß. Und auch jetzt, nachdem sich viele andere Firmen entschlossen haben, denselben Weg einzuschlagen, gilt die Oculus Rift noch als eine der qualitativ besten VR-Brillen, die auf den Markt kommen werden.

Wer die Virtual-Reality-Brille für Konsolen- oder PC-Spiele benutzen will, muss sich leider noch ein wenig gedulden. Voraussichtlich wird sie aber noch dieses Jahr zu kaufen sein. Für passende Smartphones gibt es jedoch jetzt schon Modelle zu kaufen.

 

Beeindruckend: Die Virtual-Reality-Brille gibt dem Benutzer das Gefühl in einer anderen Welt zu sein.

 

Abzuwarten bleiben die möglichen Nebenwirkungen dieser Technologie. Denn auch mit neuesten Brillen kommt es vereinzelt noch zu Schwindelgefühlen und Orientierungsverlust. Auch ob das Ganze negative Auswirkungen auf die Psyche haben kann, bleibt abzuwarten.

Man kann jedoch sicher sagen, dass großes Potenzial in der Entwicklung der virtuellen Realität steckt. Sowohl zur Unterhaltung als auch zu alltäglichen und wissenschaftlichen Zwecken. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, was zukünftig noch alles möglich werden wird durch VR.

 

Info

Im Europa-Park Rust bei Freiburg ist Virtual Reality bereits Realität. Auf der Achterbahn „Alpenexpress Coastiality“ können Fahrgäste mithilfe einer Virtual Reality-Brille in vituelle Welten eintauchen.

 

Was die Kollegen vom Schülermagazin m80 sonst noch so machen, findet ihr hier: m80-magazin.de

 

 

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