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Musik & Medien

B-Tight im Waldsee: der Tightness-Test

Der Berliner Rapper B-Tight ist auf Born 2 B-Tight-Tour. Am Samstagabend war er im Freiburger Waldsee. Es gab Jägermeister, ein königliches Outfit und HipHop zwischen Rockgitarren aus dem Macbook und einem dauergrinsenden „König“. Der Abend im f79-Tightness-Test.

 
 

Der tighte Einlass
Offizieller Start im Waldsee war um 20 Uhr. „Vor neun ist da nix los“, dachte sich die Redaktion. Von wegen. Bei Ankunft um 21 Uhr war die tighte Party schon in Gange. An der Kasse saß keiner, drinnen wummerten schon die Bässe. Also reinspaziert.

Die tighte Show
B-Tight, ehemaliger Mitbewohner von Sido und zuletzt in dessen Vorprogramm, sorgte auf der Bühne für jede Menge Action. Arme hoch, Dance-Moves, tighte Raps und ein breites Dauergrinsen. Ob der Rapper mit der Hornbrille gekifft hat, konnte die Redaktion nicht ermitteln. Auf dem Cover seines neuen Albums Born 2 B-Tight sieht man jedenfalls eine Tüte am Angelhaken neben dem splitternackt schwimmenden B-Tight. „Früher mehr, heute weniger. Ihr dürft das aber nicht“, sagte B-Tight im Dezember auf die Frage eines Schülers, ob er noch kiffe, wie auf maz-online.de zu lesen ist. Alkohol trinkt er aber: Mehrfach schenkte B-Tight alias Robert Edward Davis seinen Fans Jägermeister aus. „Bist du schon 18? Ja ja, Ausweis vergessen“, witzelte er immer wieder. Dann hielt er sein Glas in die Luft und stieß mit den Fans an. Bei „König der Rapper“ setzte sich B-Tight seine Krone auf und wirbelte ein Zepter durch die Luft. Meint er das ernst?

Die tighten Fans

Voll war’s nicht im Waldsee. Vielleicht 100 Fans. Aber die ersten Reihen hatten Spaß. Viele Jungs zwischen 20 und 30, ein paar Mädels, viel Kappen und breite Hosen. „Bobby“, rief einer immer wieder aus dem Publikum. B-Tight hat in Freiburg offenbar kein Riesenfanlager, aber einige lieben ihn. Manche begossen den Abend so sehr, dass sie irgendwann mehr torkelten als tanzten. Prost. Nach dem Gig gab’s Smalltalk und Selfies mit Bobby am Merchandise-Stand.

 

Energisch: Das Publikum feierte Deutschlands selbternannten "Rap-König".

 

Die tighten Tracks
B-Tight spielte sich munter durch seine eigene Rapkarriere. Auf dem Programm standen unter anderem der Mitsingsong Lichter der Nacht, das punchige Pusher, das rotzige Ich war's nicht und sein rockiger Bundesvision-Songcontest-Track Drinne. Zum Besten gab er auch – bei blutrotem Scheinwerferlicht - Ghetto Romantik („Hier im Ghetto ist Romantik anders, man überfällt 'ne Bank zu 'nem besonderen Anlass“). Bei der Zugabe kamen die Fans der alten Aggro-Berlin-Zeiten auf ihre Kosten: B-Tight spielte Der Neger mit Zeilen, die hier besser nicht zitiert werden.

Das tighte Timing
Mit seinem Backup-Rapper und dem DJ machte B-Tight auf der Bühne ordentlich Alarm. Rund 90 Minuten Show gab’s, Power hat der Berliner. Dafür war das Ganze um 22 Uhr auch schon vorbei. Rausschmeiß-Lichter an, im Hintergrund lief eine Spotify-Playlist mit DMX. B-Tight kam später zum Merchandise-Stand. Eine dunkelhäutige Zuschauerin sprach ihn auf seinen Neger-Song an. „Die Diskussion habe ich schon eine Million mal geführt“, antwortete B-Tight und trank mit ihr erstmal einen Jägermeister.

Der tighte Bus
B-Tight ist gerade auf Tour. Vor dem Waldsee stand sein schicker Bus. Aufschrift: Bobby Dick Retro. Nebendran ein großer Bär. Damit ging’s an diesem Sonntagmorgen weiter nach Halle.

 

Bobby Dick auf Tour: Vor dem Waldsee parkte B-Tights Tourbus.

 

Der tighte Werdegang
B-Tight ist in Berlin groß geworden. Er lebte mit Sido in einer WG. Der Sohn einer Deutschen und eines Afroamerikaners wurde mit der Aggro-Berlin-Welle bekannt. Mittlerweile hat er mehrere Alben herausgebracht, seine Songs knacken auf YouTube regelmäßig die 100.000 Klicks. Die Platte „Retro“ schaffte es 2015 auf Platz 8 der Charts. Der Vater dreier Kinder war neben Sido im Film Blutzbrüdaz zu sehen und tourte zuletzt als Voract von Sido durchs Land. 2012 trat er für Berlin beim Bundesvision Song Contest an.

Das tighte Fazit
Im Waldsee war verhältnismäßig wenig los, wobei die Konkurrenz an einem Faschingsamstag groß ist. Beeindruckt hat das B-Tight nicht. Er rockte, tanzte und witzelte bestens aufgelegt mit seinen Fans. Textlich und musikalisch gibt’s zweifelsohne Bessere im deutschen Rap. Dafür bietet B-Tight einen seltenen Mix aus rumalberndem Spaßvogel und hartem Ego-Rapper. So mancher feiert das. Drei B-Tight-Alben sind auf dem Index gelandet – bei Songs wie „Der Neger“ kein Wunder.

Eine Bildergalerie zum Konzert gibt's auf f79-Facebook:

 



 

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