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Musik & Medien

„Bei Regenbogen kotzen alle“: Madeline Juno singt jetzt auf Deutsch

Madeline Juno bringt morgen, am 8. September, ihr Album „DNA“ raus. Die gebürtige Offenburgerin singt darauf erstmals auf Deutsch. Schon mit zwölf hat sie angefangen, Lieder zu schreiben. Bekannt wurde die 22-jährige durch „Error“, den Titelsong der Komödie „Fack ju Göthe“. Im Interview mit f79-Autorin Annkathrin Pohl erzählt sie vom Texten in ihrer Muttersprache, der deutschen Musikszene und ihrem größten Fehler in der Schule. Das f79 verlost 1x2 Tickets für ihre Show in Offenburg.

 
 

Madeline, wie sieht momentan ein normaler Tag bei dir aus?

Ich bin gerade unglaublich im Stress. Ich habe in den letzten Wochen das nächste Musikvideo zur aktuellen Single (Gift) produziert und mich echt dumm und dämlich gearbeitet. Ich habe ein Puppenhaus gebaut für den Song, in dem es um eine toxische Beziehung geht. Im Video guckt man Barbie und Ken dabei zu, wie sie sich wortwörtlich die Hälse umdrehen. Das hat mich Wochen gekostet. Ich bin wahnsinnig glücklich, dass es jetzt vorbei ist.

DNA ist dein erstes deutschsprachiges Album. Was hat dich dazu gebracht, auf deiner Muttersprache zu schreiben?


Ich bin darüber gestolpert. Eigentlich habe ich mich immer dagegen gewehrt, auf Deutsch zu schreiben. Ich hätte niemals gedacht, dass ich das kann. Irgendwann habe ich damit für ein paar Projekte angefangen. Dabei habe ich gemerkt, dass es total vorteilhaft ist, Songs zu schreiben, in denen du gar nichts großartig erklären musst. Du kannst einfach schreiben und singen und die Menschen verstehen dich.

Also hast du es dir am Anfang gar nicht selber zugetraut?


Ja ,weil ich selbst ganz wenig deutsche Musik gehört habe. Jetzt habe ich schon ein paar Lieblingskünstler wie Bosse, Kraftklub oder Casper. Besonders als Teenager konnte ich mit der deutschen Musik einfach nichts anfangen. Es hat mich alles nicht bewegt, nicht berührt. Ich hätte mir damals deutsche Texte nicht zugetraut. Es ist nun mal nicht so einfach wie auf Englisch. Auf Deutsch muss man nur „Regenbogen“ sagen, dann kotzen alle im Strahl. Die Linie zwischen okay und kitschig ist sehr dünn.

Wolltest du so „international“ klingen, um dich vom deutschen Pop abzugrenzen?


Gar nicht. Es ist eher so, dass ich bei meinem letzten englischen Album schon viel mehr in die Richtung des Elektronischen gegangen bin. Ich habe mich unbewusst immer mit Leuten umgeben, die den deutschen Sound gar nicht hätten machen können.

Das war nicht immer so ...

Ja, früher war ich akustisch unterwegs. Das erste Album war schon eher deutsch von der Produktion her. Sehr gitarrrenlastig. Alles live eingespielt. Ehrlich gesagt, wie viele deutsche Künstler so klingen. Das bin ich jetzt auch einfach nicht mehr. Warum nicht auch mal etwas neues ausprobieren?

Ein Song deiner DNA-Platte heißt „Mein Herz tanzt“. Was hat dich in der Schulzeit happy gemacht?

Das waren bei mir die Ferien. Als ich 14 war, bin ich das erste Mal ins Studio eingeladen worden. Seitdem habe ich immer so meine Ferien verbracht. Das war natürlich das Tollste und das Aufregendste für mich. Ich habe mich ganz lange gefühlt wie Hannah Montana mit ihrem Doppelleben in der Walt-Disney-Serie: Ich habe mein erstes Album aufgenommen, bin aber gleichzeitig noch zur Schule gegangen mit dem ganzen Abistress.

 

Emotional: Madeline im Video zu ihrer Albumsingle "Halt mich fest".

 

Was war dein größter „Error“ auf der Schulbank?

Mein größter Fehler war, meine GFS in Mathe zu machen. Ich fand das erst schlau, weil ich mich auf das Referat ja vorbereiten kann. Aber der Lehrer hat mich genauso gehasst wie ich ihn. Er hat mich vor der ganzen Klasse zerrissen. Du stehst nur da und denkst dir: Wieso habe ich das gemacht?

Wenn du auf deine Karriere zurückblickst: Was war dein bisheriges Highlight?


Es gab einige, aber das aktuellste ist, dass wir letztes Jahr eine komplett ausgebuchte Tour hatten und auch in Hamburg den Gruenspan vollbekommen haben. Da passen so 900 Leute rein. Das war der Wahnsinn. Die letzte Tour war unglaublich toll. Wir haben zum ersten Mal die deutschen Songs von der EP vorgestellt. Du hast sofort gemerkt, die Leute sind einfach da. Die hören dir ganz anders zu und singen mit. Das werde ich niemals vergessen!

Wie geht’s bei dir denn jetzt weiter?

Im September kommt „DNA“ raus, im Oktober geht´s auf Tour. „Halt mich fest“ wird vor dem Album veröffentlicht, weil es eine neue Fassette zeigt. „Still“ ist schon draußen und ist meiner Meinung nach der kommerziellste Song. Und eben noch „Gift“,ein sehr sommerlicher Song. Wir werden direkt weiterschreiben, im Frühjahr gibt´s nochmal einen Tour geben.

Verlosung

 

Madeline Juno spielt am Donnerstag, 12. Oktober, in Offenburg. Die Sängerin wird in der Reithalle im Kulturforum ab 20 Uhr auf der Bühne stehen. Wer dabei sein will, kann beim f79 1x2 Karten gewinnen. Schickt dafür eine Mail mit dem Betreff "Madeline" an redaktion(at)f79.de. Gebt dabei euren vollen Namen an. Einsendeschluss ist der 17. September. Die Gewinner werden am 18. per E-Mail benachrichtigt.

 

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