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Schule & Projekte

f79-Umfrage // Macht die Abschaffung der Grundschulempfehlung Sinn?

In Zukunft sollen Eltern frei entscheiden dürfen, auf welche weiterführende Schule ihr Kinde geht. Der Landeselternbeirat hatte das Aus der Grundschulempfehlung schon lange gefordert nun stehen SPD und Grüne in Baden-Württemberg ebenfalls dahinter. Bereits für das Schuljahr 2012/13 ist die Neuerung geplant. Aber was war denn falsch an der bisherigen Regelung? Sind Eltern überhaupt in der Lage das Bildungsniveau ihrer Kinder richtig einzuschätzen? Werden mit überforderten Schülern (und Lehrern) überfüllte Gymnasien die Folge sein? f79-Autorin Stefanie hat sich auf Freiburgs Straßen dazu umgehört.

 
 

Lisa, 13, Schülerin am Goethe-Gymnasium, Freiburg
„Es ist schon besser, wenn die Entscheidung nicht bei den Lehrern allein liegt. Aber es ist fraglich, ob Eltern die Leistung der Schüler richtig einschätzen. Die meisten Eltern werden sich bestimmt für die Realschule oder das Gymnasium entscheiden. Wahrscheinlich wird dann niemand mehr auf die Hauptschule gehen. Jeder will immer das Beste, vor allem die Eltern für ihre Kinder.“


Li, 11, Schülerin am Goethe-Gymnasium, Freiburg

„Ich halte die bisherige Grundschulempfehlung für eine gute Sache. Immerhin können die Lehrer ihre Entscheidung begründen und kennen das Lernverhalten der Schüler meistens besser als die Eltern. Es kann schon mal passieren, dass Schüler oder Eltern mit der Empfehlung nicht zufrieden sind, da sollten sie dann ein Mitspracherecht haben. Aber ich finde, dass die Lehrer weiterhin darüber entscheiden sollten, ob ein Schüler gut genug fürs Gymnasium ist oder ob er auf der Realschule besser aufgehoben wäre.“


Max Meier-Böke, 46, Vater von zwei Kindern

„Ich halte die Pläne der Politiker für richtig. Es ist eben das Recht der Eltern über die Zukunft der eigenen Kinder zu entscheiden. Außerdem übt die bisherige Regelung zu viel Druck auf die Schüler aus. Meine beiden Kinder lernen an der Waldorfschule, weil es uns nicht nur um Leistung geht. An staatlichen Schulen wird selten auf die persönliche Entwicklung der Kinder geachtet. Die Abschaffung der Grundschulempfehlung mag ein kleiner Schritt in die richtige Richtung sein, aber meiner Meinung nach, ist das ganze Schulsystem bedenklich.“


Ayue, 15, Schüler an der Emil-Thoma-Realschule, Freiburg

„Das klingt im ersten Moment ganz gut, weil Eltern da schon etwas mitzureden haben. Es wird aber sicher öfter passieren, dass sie ihre Kinder zu gut einschätzen und auf die falsche Schule schicken. Ich selber habe eine Realschulempfehlung bekommen. Das war sehr schade, weil ich eigentlich gerne aufs Gymnasium gegangen wäre. Heute bin ich aber zufrieden mit meiner schulischen Leistung und nur das zählt. Es sollte lieber mehr Gesamtschulen geben. Es ist wichtig, dass alle die gleichen Chancen haben und in einer Gemeinschaft lernen.“


Jakob, 20, Student
„Die Grundschulempfehlung abzuschaffen halte ich für falsch. Unser derzeitiges Schulsystem erfordert nun mal die Einteilung der Schüler nach ihrem Leistungsniveau. Lehrer können das besser einschätzen als Eltern. Außerdem finde ich es nicht schlimm, wenn aufgrund dieser Empfehlung ein gewisser Druck auf den Grundschülern lastet. Das kann eher ein Antrieb zum Lernen sein. Wenn Eltern künftig ihre Kinder etwa aufs Gymnasium schicken, aber sie den Anforderung nicht gerecht werden, wird der Frust und die Überforderung groß sein.“



 
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