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Schule & Projekte

Vokabeln unterm Kopfkissen: Tipps und Tricks wie euch das Lernen leichter fallen kann

In der Schule, im Studium, in der Ausbildung: Lernen gehört einfach dazu. Und weil es einem manchmal ziemlich schwerfällt, gibt es unzählige Tipps, Tricks und Mythen. Macht Kaugummikauen schlau? Und das Buch unterm Kopfkissen? Wir haben uns fünf Lernmythen vorgeknöpft: Zwei Freiburger Experten erklären, was wie effektiv ist. Mit erstaunlichem Ergebnis.

 
 

Traubenzucker

Der Kopf dröhnt und jeden Moment schlaft ihr auf dem Schreibtisch ein. Jetzt hilft nur eins: Traubenzucker. Unser Gehirn benötige Glukose, um zu funktionieren, erklärt Daniel König vom Institut für Sport und Sportwissenschaft (Arbeitsbereich Ernährung) der Uni Freiburg. Und genau das kann Traubenzucker unserem Gehirn geben. Er verbessere somit die Konzentration und den Lernerfolg, sagt der Doktor. Doch Vorsicht: Das Hoch hält nicht lange an, sodass man ständig Traubenzucker lutschen müsste. „Das geht nicht nur ins Geld, sondern ist langfristig auch ungesund“, meint König. Daher rät er, sich lieber durchweg gesund zu ernähren. Frühstücke man ausgewogen, zum Beispiel selbstgemachtes Müsli mit Obst und Nüssen, vermeide man das berühmte Zehn-Uhr-Loch.

 

Koffein

Die Augenlider werden schwer, doch die Klausur morgen naht. In solchen Situationen wird der koffeinhaltige Kaffee gerne genutzt. Doch erfüllt das Getränk, was wir uns davon erhoffen? „Koffein in Maßen kann bei einigen Menschen die Konzentrationsfähigkeit etwas verbessern“, erklärt Daniel König. Es mache wacher und aufmerksamer, ergänzt Claus Normann, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Uniklinik Freiburg). Beide sind der Meinung, dass Koffein in höheren Mengen das gegenteilige bewirken könne: Nervosität, Schwitzen, Bauchschmerzen oder Schwindel. Von den Koffein-Tabletten aus der Apotheke sollte man die Finger lassen, sagt Normann. Lieber flüssig und in der richtigen Dosis.

 

Kaugummikauen fördert das Denken

Klingt komisch, ist aber tatsächlich so. Das Kauen fördert die Herzfrequenz, wodurch mehr Sauerstoff und Nährstoffe ins Gehirn kommen, sagt Andrew Scholey vom Neurologischen Institut der Universität von Newcastle in der Mitteldeutschen Zeitung. Darüber hinaus rege es das Erinnerungsvermögen an. Es gehe also nicht direkt darum, was gekaut wird, sondern um den Prozess des Kauens. Daniel König findet Kaugummikauen im „Unterricht schwer umsetzbar – zu Hause könnte es funktionieren.“ Claus Normann erklärt sich das Phänomen durch die monotone Tätigkeit des Kauens. Dies würde die Aufmerksamkeit bündeln, wodurch ein Ablenken von äußeren Reizen verhindert werde, sagt er.

 

Mit dem Buch ­unterm Kopf­kissen schlafen

Als Kind versprach man sich davon gute Noten. Wird man älter, schwindet auch der Glaube daran. Erstens ist es super unbequem und zweitens: Wie soll das funktionieren? Mit Gammastrahlen? „Der Inhalt des Buches geht dadurch nicht besser ins Gehirn“, sagt Daniel König. Auch Claus Normann bestätigt dies. Allerdings haben Forschungen ergeben, dass das Gehirn im Schlaf Informationen vom Tag nochmal abspiele, erklärt Normann: „Es ist also wahrscheinlich so, dass Dinge, mit denen man sich kurz vor dem Einschlafen beschäftigt hat, eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, abgespeichert zu werden.“ Das Buch unterm Kopfkissen unterstreiche also noch einmal die Wichtigkeit der Informationen daraus, erklärt er.

 

Lernen verbrennt ­Kalorien

Das Gehirn verbraucht im Vergleich zu seinem Gewicht sehr viele Kalorien, sagt Claus Normann. In ihm findet der größte Glukoseverbrauch des ganzen Körpers statt. „Je mehr man es anstrengt, desto höher wird dieser Verbrauch“, erklärt Normann. Nach dem Lernen wirken vor allem Schokoriegel, Gummibärchen und anderer Süßkram verlockend. „Das liegt zum einen an dem Glukoseverbrauch des Gehirns, andererseits aber auch an unserem Belohnungssystem“, sagt Daniel König. Nach getaner Arbeit verlange das Gehirn nach einer Belohnung – und die könne es sich durch Zucker verschaffen, sagt er.

 

 

 

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