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Spiel & Spass

Verflucht

Auf der einsamen Insel könnte es so schön sein... Aber dieser Wochenendausflug wird zum absoluten Horrortrip. Im Rahmen eines Schreibworkshops erstellten Bettina Kedves, Nina Auer und Christine Pinewitsch aus der achten Klasse der Baienfurter Achtalschule diese Gruselgeschichte.

 
 

Mila blickte zu Daria und fragte: „Hast du die Kiste dabei?“
„Ja, hast du es etwa eilig?“.
„Ardena erwartet uns schon“.
Mila zog plötzlich einen schwarz-goldenen Ring aus ihrer Tasche.

„Ihr wisst gar nicht wie viel Macht in diesem Ring steckt, Ardena selbst hat ihn für diese Zeremonie verwendet“.
„Sie ist die Göttin der Magie“ sagte sie leise und blickte dabei Daria und Hermine an.

An einem Pfosten der ca. 1 Meter in den Himmel ragte blieben sie stehen, legten eine Schale an den Fuß des Pfostens und Daria stellte die Kiste unmittelbar daneben.
„Es wird Zeit“ meinte Hermine.
„Vom Himmel, zur Erde, zur Asche, diese Erde soll zeigen, wer wir wirklich sind“, flüsterte Daria und warf eine Hand voll schwarzer Erde in die Schale.

Mila gab eine tote Bisamratte dazu.
„Von ihrem Blut verleihe uns Kraft“ sagte Mila.
"Aus wessen Blut?“ fragte Daria entsetzt.

Aus Deinem…!

Mila versuchte mit dem Messer aus der Kiste, Daria abzustechen dabei erwischte sie versehentlich Hermine.
Daria nahm das zweite Messer aus der Kiste, rannte zu Mila und rammte es ihr in den Bauch. Überzeugt davon, dass Mila tot sei, drehte sie ihr den Rücken zu und auf dem Weg zu den Kanus traf sie plötzlich ein fester Schlag in den Nacken.

Das Letzte was sie sah, war der Mond, der sich auf dem Wasser wiederspiegelte.
125 Jahre später…

„Wir gehen Campen“, rief John durch das Auto.
„Die nächste Einfahrt ist unsere“, sagte Rene.
Als sie in die Einfahrt fuhren, überholte sie ein großer, schwarzer Hummer.

John und Rene gingen zur Rezeption und fragten den Besitzer nach dem Schlüssel für die Blockhütte, die auf einer einsamen Insel steht.

Der Besitzer meinte: „Am Ufer unten gibt es Kanus, mit denen ihr auf die Insel kommt.“
„Haben Sie eine Gruselgeschichte, mit der wir unsere Mädels zum Gruseln bringen können?“.

„Wenn ihr eine Gruselgeschichte haben wollt, kann ich euch etwas über diese Hütte sagen“, sagte der Besitzer mit tiefer Stimme.
„Vor etwa 100 Jahren haben sich in dieser Hütte drei Teenagerhexen umgebracht“.

John lachte nur und sie nahmen die Schlüssel und verschwanden nach draußen. Was sie nicht mehr hörten, war der Satz „Viel Spaß auf der Insel.“

Daraufhin fuhr wieder der schwarze Hummer vorbei. Diesmal blieb er stehen und der Cousin von Rene, Ted stieg aus dem Wagen.
Sie begrüßten sich und Rene stellte Ted seine Freundin Verena vor.
Wettrennen

Dann liefen sie zusammen ans Ufer runter und beschlossen ein Wettrennen zu machen.

„Welche Teams?“, fragte John.
„Mädchen gegen Jungs“, antwortete Emilie lachend.
„Wir machen euch fertig!“, rief Ted.

Während Verena und Emilie mit dem Kanu schon losgefahren waren, diskutierten die Jungs immer noch, wer wo sitzt.
Bis in die Mitte des Sees hatten die Mädchen einen klaren Vorsprung. Bis die Jungs aufholten. Trotz allem gewannen Verena und Emilie.
Angekommen, zogen sie die Kanus an Land und banden sie fest.
Der Fund

Auf der Suche nach der Blockhütte durchquerten sie den dunklen Wald. Bis Verena vor der Hütte über etwas stolperte. Es sah aus wie ein Gesellschaftsspiel und sie nahmen es ohne zu Zögern mit rein.

„Wir haben Hunger, macht was zu essen“, riefen Verena und Emilie.

Während John und Rene das Abendessen zubereiteten, stöberten die Mädchen, zusammen mit Ted das Gästebuch durch, das auf dem Tisch lag.

„Heute Abend hat mir mein Freund einen Heiratsantrag gemacht, beim Essen hat er mich gefragt und wir hatten noch einen schönen Abend am Lagerfeuer“, las Verena vor.
„Wie langweilig!“, sagte Emilie. „Gib mal das Buch, vielleicht finde ich was besseres.“

„Sie sind alle tot, ich bin ganz allein und es ist unvermeidlich dass ich die Nächste bin. Falls ihr irgendwann in diese Hütte kommt, aus welchem Grund auch immer...
„Die nächste Seite fehlt“, flüsterte Emilie.
Mit einem Schlag platzten die Jungs rein und schrieen: „Das Essen ist fertig.“
Warnung

Die beiden Mädchen zuckten zusammen. „Sagt mal, spinnt ihr? Ihr habt uns voll erschreckt!“ „Wir wollten nur sagen, dass das Essen fertig ist“, meinte John. Nach dem Essen fragte Emilie: „Sollen wir nicht diese seltsame Spielkiste öffnen und schauen, was darin ist?“ Sie öffneten die Kiste langsam. Der Deckel ging quietschend auf. Obendrauf lag die fehlende Seite aus dem Gästebuch. Darauf stand: „Spielt dieses Spiel nicht.“ „Das ist bestimmt nur ein schlechter Witz“, sagte Ted. „Also langsam wird mir das ganze etwas unheimlich“, flüsterte Verena. „Wir müssen uns das Spiel genauer ansehen.“ "Wie sind die Regeln?“

Sie klappten die Spielkarte auf. Darauf waren viele Symbole. „Ich kenne diese Symbole von meinen Tarot-Karten. Das ist das chinesische Zeichen für verflucht“, sprach Ted. „Schaut, hier sind Bilder von Leuten. Einer erstickt und einer ertrinkt.“ Sie schauten sich verdutzt an. „Das müssen Warnungen sein.“ "Was ist sonst noch in der Kiste?“, fragte John. „Zwei Messer und eine Fackel“, antwortete John.
Finde den Ring

Nach einer Weile hatten sie allerdings das Spiel schon fast vergessen. John und Rene spielten mit kleinen Papierkügelchen, mit denen sie sich gegenseitig abgeworfen hatten. Plötzlich eine Stimme: „Finde den Ring!“ „Welchen Ring?“, fragte Rene die Stimme, die sonst keiner zu hören schien. Plötzlich fing Rene an zu röcheln. „Ich glaube, er hat eines der kleinen Papierkügelchen verschluckt“, bemerkte Emilie.
„Schlag ihm auf den Rücken“, schrie Verena entsetzt. Doch dann war es schon zu spät. Rene fiel auf den Boden und blieb regungslos liegen.
„John, du Arsch, du hast ihm das angetan. Du hast ihn umgebracht!“, schrie Verena. „Ich wollte das nicht ich schwöre: Ich wollte das nicht, er war mein bester Freund“. Sie saßen eine Weile da, mit dem Blick auf Rene bis Ted sagte: „Wir müssen zurück zu den Kanus!“ Sie rannten aus der Hütte durch den Wald und kamen am Ufer an. Doch die Kanus waren nicht zu sehen. „Wir haben unsere Kanus doch hier festgemacht!“, schrie Verena. John zog seine Schuhe aus und rannte zum Wasser. „John, was hast du vor?“, fragte Emilie. „Ich versuche Hilfe zu holen.“

Er rannte ins Wasser und schwamm bis fast in die Mitte des Sees. Er bemerkte, dass ihn etwas an seinem Bein streifte. Auf einmal tauchte eine Frau vor ihm auf. „Finde den Ring!“ „Welchen Ring? Wer bist du?“ fragte John panisch. Eine zweite Frau tauchte auf und sie fragte: „Bist du bereit zu sterben?“ Plötzlich zogen sie ihn runter in die Tiefe.
„Wo ist er, ich sehe ihn nicht mehr?“, sprach Verena zu Ted. „Er hat es nicht geschafft, also werden wir es auch nicht schaffen.“ „Du hast Recht Ted, die Strömung ist zu stark“, weinte Verena. Sie gingen wieder zurück in die Hütte und schauten sich das Spiel genauer an.„Wir müssen die Dinge, die vorgegeben sind von der Karte, suchen und in die Kiste legen." „Was brauchen wir, sag schnell wir haben keine Zeit mehr“, sprach Verena.
Bisamratte und Zaubertrank

„Wir brauchen eine tote Bisamratte, eine besondere Erde und außergewöhnliches Feuer“, sprach Ted. „Woher willst du das so genau wissen?“, fragte Emilie. „Ich kenne diese Symbole doch von meinen Tarot-Karten“, antwortete Ted. „Warte Ted, was ist das für eine Flüssigkeit?“ „Ich denke, wir müssen sie trinken zu unserem Schutz.“ „Meinst du? Aber wenn es ein Gift ist?“ Sie schauten sich an. Schließlich sagte Ted:“ Okay, ich trinke es.“ "Nein, mach das nicht!“, rief Emilie. Aber dann war es schon zu spät: Ted trank es.

„Ich fühle mich ganz normal“, sagte Ted nach einer Weile. „Okay den Rest teilen wir uns auf, würde ich sagen“, meinte Emilie. Sie teilten den Rest auf und tranken ihn. Was sie nicht wussten: dass die Flüssigkeit eine Droge war. Sie schauten sich kurz mit irren Blicken an, dann sagte Ted: „Gut, dann fangen wir an. Spielen wir das Spiel“, flüsterte Verena. Sie liefen durch den Wald zurück ans Ufer und suchten vergeblich nach einer Bisamratte.
„Ted, da ist das Zeichen für verflucht“, sagte Verena. „Wääh, da ist eine Ratte“, schrie Emilie. Ted trat mit seinem Fuß auf die Bisamratte, zog sie am Schwanz hoch und steckte sie in seine Tasche. „Schnell zurück, wir dürfen keine Zeit verlieren“, meinte Ted. Sie gingen zurück zur Hütte, wobei sie an einem Friedhof vorbeikamen. „Meinst du, wir finden hier die Erde oder das Feuer?“, fragte Verena. „Wir müssen Ausschau nach dem Zeichen für verflucht halten“ antwortete Ted. Emilie schrie: „Hier ist es, an dem alten Grabstein“. Verena fasste in die Erde, in dem der Grabstein steckte und verätzte sich die Hand.

„Finde den Ring!“ „Was für einen Ring?“, fragte Verena und stand auf. Auf einmal wurde sie von unten in das Grab gezogen und das Letzte, was man von ihr hörte, war: „Findet den Ring!“. Die beiden hatten keine Chance mehr, sie zu retten. Stattdessen machten sie sich Gedanken, was sie mit dem Ring gemeint hatte. Sie gingen weiter und fanden nach einiger Zeit eine Fackel, die gerade in die Luft ragte.

„Hol die Fackel aus der Kiste und zünde sie an“, sagte Emilie. „Mich wundert es, dass der Wald noch nicht abgebrannt ist, wenn hier mitten drinnen eine Fackel steht. Das ist nicht wirklich umweltfreundlich“, erzählte Ted. „Ja, Mr. Greenpeace, zünd jetzt die Fackel an und lass uns verschwinden“, maulte Emilie. Die beiden liefen zurück zur Hütte und begannen mit der Zeremonie. Sie legten alles in die Kiste und warteten einige Zeit… „Verdammt, warum passiert da nichts Ted?“, rief Emilie. „Ich weiß es nicht, wir müssen die Karte noch einmal studieren“, sagte Ted und nahm die Karte in die Hand. Er schaute den Plan noch einmal an und kam zu dem Entschluss dass etwas fehlte.
Einer muss sterben

Ted nahm sich langsam das Messer aus der Kiste, versteckte es hinter seinem Rücken und ging zu Emilie. „Was ist los, was haben wir vergessen?“, fragte sie. „Es tut mir sehr leid Emilie, dass wir den letzten Tod unter uns ausmachen müssen“, sprach Ted und schaute sie mit irrem Blick an. „Was meinst du damit Ted“ „Du wirst sterben müssen, weil wir eine Leiche für das Spiel brauchen“, sprach Ted. Er zog das Messer und versuchte auf Emilie einzustechen. „Was machst du da, es funktioniert nicht!“, schrie Emilie. Das Messer prallte an Emilies Körper ab. „Ich verstehe das nicht, das Messer scheint scharf genug zu sein“, fragte sich Ted.

Er stach sich das Messer zur Probe in den Finger und es begann zu bluten. Emilie stand auf, rammte es mit voller Wucht in Teds Brust.
Er flog zu Boden, nahm sich die Hand an die Brust und stotterte zum Schluss unter Tränen: „Ich wollte doch nur ein schönes Wochenende mit meinen Freunden verbringen“. Auch Emilie brach zusammen und schrie:“Ich will nicht mehr, mir ist alles egal.“
Die Hexen

Doch dann kamen alle drei Hexen zum Vorschein Daria, Mila und Hermine. „Finde den Ring!“ rief Daria.
Worauf Mila antwortete: „Es ist zu spät, sie wird sterben“.
„Noch ist ihre Zeit nicht abgelaufen“ sagte Daria.
„Ach Daria, kennst du die Regeln immer noch nicht? Sie wird sterben, wenn sie es tut, sie wird sterben, wenn sie es nicht tut. Ach egal, sie stirbt auf jeden Fall“, sagte sie mit einem Lächeln auf den Lippen.
„Nein Mila, du liegst falsch, sie muss den Ring zusammen mit der Kiste zu Ardenas Grab bringen“.
„Wo ist der Ring?“, fragte Emilie.
„Er liegt hinter Ardenas Grabstein und jetzt renn und beende das Spiel, dann wird Mila sterben“, schrie Hermine.
Fluch gebrochen

Emilie rannte durch den Wald zusammen mit der Kiste. Am Grab angekommen stellte sie die Kiste auf das Grab und suchte panisch den Ring. Aus dem Nichts tauchte Daria und Hermine auf und sie zeigten ihr den Ring. Sie nahm ihn, warf ihn in die Kiste und vergrub sie vor dem Grab. „Habe ich es geschafft, hab ich es beendet?“, fragte sie verdutzt die beiden Hexen.
„Ja, du hast es geschafft, Mila ist weg, wir danken dir dass du den Fluch gebrochen hast“, sagten beide Hexen.

Auf einmal wackelte der Boden, auf dem sie stand. Sie hörte die Stimmen von Mila: „So leicht wirst du mich nicht los bekommen“, schrie sie. Mila packte Emilie und zog sie in den Abgrund, der sich auftat. „Jetzt wirst du endgültig sterben“, warf sie ihr entgegen. Von hinten drang ein Schrei hervor: „Wenn sie stirbt, dann stirbst du auch“. Es war Hermine, die sich für Emilie einsetzte.
Abgrund

Emilie zog plötzlich ein Messer stach damit in Milas Hals ein, wobei sie nicht bemerkte das Hermine und Daria sich in Luft auflösten.
„Hermine, Daria, wo seid ihr? Lasst mich bitte nicht allein“, schrie Emilie ihnen hinterher. „Ich hoffe, du bist bereit zu sterben, ich werde dich nicht verschonen“, rief Mila. „Was hast du mit Hermine und Daria gemacht, wo sind sie?“ „Ich habe sie verflucht. Aber das kann dir egal sein, selbst wenn sie noch da gewesen währen, währst du gestorben."
Mila packte Emilie mit voller Wucht am Hals und zog sie zu der ätzenden Erde. Als die Hexe Emilie in die Erde warf, packte Emilie Mila am Hals und zog sie mit runter in den Abgrund. Das Letzte, was man sah, war ein hellblauer Strahl der aus dem Grab kam. Der Mond spiegelte sich auf dem Wasser. Keiner ahnte, dass auf dieser Insel gerade so etwas passiert war.
Der Morgen danach

Am Morgen danach ging die Sonne auf und strahlte durch den fast menschenleeren Wald. Nur einer war auf der Insel - nämlich der Besitzer der Blockhütte. „Schon komisch das diese Jugendlichen so auf dieses Spiel abfahren“, flüsterte er vor sich hin und stellte die Kiste zurück in den Schrank, nahm die Wertsachen inklusive Autoschlüssel mit und fuhr zurück zur Rezeption.

Er stellte die Autos der Jugendlichen zum Verkauf aus. Als er wieder zu seiner Theke zurück ging klingelte das Telefon:
„Hallo hier spricht Sammy Brucks, was kann ich für sie tun?“
…… „Ja die Blockhütte ist gerade frei geworden“.
… „Kommen sie mit ihrem Auto?“.
…… „OK, also bis Morgen“, dann legte er auf und hängte die Schlüssel wieder in den Schrank.

Diese Geschichte entstand im Rahmen der Schreibwerkstatt der Klasse 8 an der Achtalschule in Baienfurt.

 
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