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Sport & Freizeit

Freiburg ist Deutscher Meister - im Roboterfußball

Das Roboterteam der Universität Freiburg hat am vergangenen Wochenende die "RoboCup German Open 2010" gewonnen. Das Team *Brainstormers* des Instituts für Informatik der Universität Freiburg erringt bereits zum sechsten Mal in Folge den Titel in der Klasse "Simulationsliga 2D" und setzt damit seine Erfolgsgeschichte als eines der besten Teams der Welt fort.

 
 

Im Endspiel dominierte das Freiburger Team über weite Strecken klar, konnte aber erst direkt nach dem Anpfiff zur Nachspielzeit das entscheidende 1:0 herausspielen. „Ich bin sehr stolz auf den Erfolg unseres Teams, vor allem weil ich weiß, wie viel freiwilliges Engagement meiner Mitarbeiter und Studenten in diesem Projekt steckt“, so Prof. Dr. Martin Riedmiller, Leiter des Freiburger Lehrstuhls für Maschinelles Lernen und Natürlichsprachliche Systeme.

Forscherteams renommierter Universitäten aus acht Nationen mit über 350 Wissenschaftlern und Studierenden traten an den RoboCup German Open in Magdeburg in verschiedenen Kategorien an. Den Forscherteams dienen die RoboCup Open als regionale Test- und Vorbereitungsturniere für die jährlichen RoboCup-Weltmeisterschaften, die in diesem Jahr vom 19. – 25. Juni in Singapur stattfinden. Der RoboCup wurde als internationale Initiative mit dem Ziel gegründet, die Forschung zu den Zukunftsthemen Mobile Roboter und Künstliche Intelligenz voranzutreiben.

In der Simulationsliga spielen je Mannschaft elf simulierte Roboter gegeneinander. Jeder Roboter wird einzeln und unabhängig durch ein autonomes Programm gesteuert. Die von Riedmiller und Dr. Thomas Gabel entwickelten Programme zeichnen sich vor allem durch ihre Lernfähigkeit aus: Teile des Verhaltens werden nicht mehr vom Programmierer vorgegeben, sondern vom System durch intelligente Algorithmen selbständig erlernt.

Neben dem Erfolg in der Simulationsliga sorgten die Freiburger für eine Weltpremiere. Erstmals kam in der MidSize-Liga für autonome, reale Roboter mit einem Durchmesser von 50 Zentimeter ein mit der Firma Harting entwickelter autonomer Leihspieler zum Einsatz: Die am Institut für Informatik entwickelte Software des Roboters macht diesen so flexibel, dass er sich mit minimalen Anpassungen in anderen Teams zurechtfinden und dort mitspielen kann. Der Roboter wurde in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Programm als Open-Source-Projekt konzipiert. Alle Pläne und Softwareprogramme sind anderen Teams und Wissenschaftlern frei zur Weiterverwendung und –entwicklung zugänglich.

„Wir forschen an lernfähigen autonomen Systemen, die ihre Umgebung wahrnehmen und soweit verstehen können, dass ein zielgerichtetes, erfolgreiches Handeln allein und im Team möglich ist. Dies ist aus unserer Sicht eine zentrale Voraussetzung künstlicher Intelligenz“, erläutert Riedmiller den Forschungsansatz. Der Roboter spielte als erster Leihspieler in der Geschichte des RoboCups bei der Mannschaft der Universität Stuttgart mit, die am Ende einen guten dritten Platz in einem hochkarätig besetzten Turnier belegte.

Ob sich der SC Freiburg ebenfalls ab demnächst mit Robotern im Abstiegskampf verstärken will, war zum Zeitpunkt deer Erstellung des Artikels noch unklar.

 
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