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Sport & Freizeit

Interview: SC-Torjäger Florian Niederlechner über eine „geile Truppe“

Florian Niederlechner kam im Winter vom FSV Mainz 05 zum SC Freiburg. Mit acht Toren in 14 Ligaspielen hat er auf Anhieb überzeugt. Für die neue Saison im Oberhaus gilt er als Hoffnungsträger im Freiburger Angriff. f79-Autor Anton Moser hat den bayerischen Stürmer zum Interview getroffen. Sie sprachen über Teamgeist, Heimat und Träume.

 
 

f79 // Mit 21 Jahren spielten Sie noch beim FC Ismaning in der Bayernliga (5. Liga). Betrachtet man heutige Talente, die mit 18 oder 19 Jahren in der Bundesliga debütieren, kann man bei Ihnen von einem Spätstarter reden, oder?

FN // Ich hatte meine Lehre als Industriekaufmann absolviert und damals keinen Gedanken mehr daran verschwendet, Fußballprofi zu werden. Mit ein bisschen Glück kam der Wechsel mit Unterhaching zustande. Dann ging es relativ schnell von der dritten in die erste Liga hoch. Ich hatte schon richtig Glück. Aber das braucht man, um ins Profigeschäft zu kommen.

 

f79 // Wie real war der Traum vom Fußballprofi? Oder haben Sie zweigleisig geplant?

FN // Klar, als Kind war das ein großer Traum für mich. Ich habe jedes Mal mit meiner Mutter gebetet und gesagt, ich möchte Fußballprofi werden. Als ich mit 19, 20, 21 Jahren meine Lehre machte, war ich glücklich und hatte den Traum vom Profi total abgehakt. Bis das Angebot aus Unterhaching kam.

 

f79 // Jetzt sind Sie in Freiburg gelandet. Wie groß ist die Umstellung als Bayer in Baden?

FN // Für mich ist die Umstellung nicht besonders schlimm. Ich kann ja neben Bayrisch auch ein bisschen Hochdeutsch. Nur wenn sich der Günni (Mitspieler Christian Günter) auf Badisch unterhält, muss man sich schon konzentrieren (lacht).

 

Auf Torjagd: SC-Stürmer Florian Niederlechner gilt in Freiburg als Hoffnungsträger.

 

f79 // Gibt’s von den Kollegen manchmal Sprüche wie „Zieht dem Niederlechner die Lederhose aus?“

FN // So ein Spruch kam noch nicht. Aber so ein paar lustige Leute lachen schon, wenn ich lange zu Hause war. Da steh ich drüber – es gibt nichts Schöneres als Bayern.



f79 // Jetzt geht’s in die Bundesliga. Der SC gehört zu den Klubs mit den kleinsten finanziellen Möglichkeiten ...

FN // Unser Ziel ist, so schnell wie möglich viele Punkte zu sammeln. Wir brauchen uns mit unserer spielerisch starken Mannschaft nicht zu verstecken. Wir müssen in jedem Spiel an die absolute Grenze gehen, defensiv super stehen und unser Kämpferherz zeigen.



f79 // Man hört immer wieder, der Teamgeist in der Mannschaft sei so toll. Beflügelt das?

FN // Es ist hier schon wirklich sehr familiär. Ich habe schnell Kumpels gefunden, mit denen man neben dem Platz essen geht oder sonstige Dinge macht. Auch als es letztes Jahr anfangs der Rückrunde nicht so gut lief, sind wir zusammengestanden und haben uns gegenseitig hochgezogen. Man kann nur als Team gewinnen, und es hilft nicht, wenn man nur zwei oder drei Individualisten hat.



f79 // Die Mannschaft ist jung und unerfahren. Reicht das für die erste Liga?

FN // Erfahrung hilf schon, aber die Jungen sind alle hungrig. Der Trainer liebt es, mit solchen Spielern zu arbeiten. Er will aus jedem alles herauskitzeln und es sind alles gute Jungs.

 

Nicht zu stoppen: Mit acht Toren in 14 Ligaspielen hat der bayerische Stürmer überzeugt.



f79 // Warum hält der SC am Ende der Saison die Klasse?

FN // Weil wir eine „geile“ Truppe sind, die spielerisch sehr gut ist und voll ans Limit geht. Mit diesen Fans im Rücken bin ich guter Dinge, dass wir das schaffen.



f79 // Sie haben mit Aubameyang vom BVB und Lewandowski von den Bayern zwei starke Konkurrenten. Warum holen Sie trotzdem die Torjägerkanone?

FN // (lacht) Im halben Jahr in Mainz habe ich es nicht geschafft, ein Tor zu machen. Deswegen möchte ich mich jetzt einfach in der Bundesliga durchsetzen. Auf die Torjägerkanone konzen-triere ich mich ehrlich gesagt nicht.

 

Info:

Der SC Freiburg startet morgen in die Saison. Die ersten Spieltage:

So, 28.8., 15.30 Uhr:
Hertha BSC Berlin – SC Freiburg


Sa, 10.9., 15.30 Uhr:
SC Freiburg – Borussia Mönchengladbach


Fr, 16.9., 20.30 Uhr:
1. FC Köln – SC Freiburg

Das neue Stadion des Sportclubs soll im Sommer 2019 bezugsfertig sein.

 

Ein Videointerview mit Florian Niederlechner gibt es auf bit.ly/niederlechner_f79

 

 

 

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