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Urban Knitting: Das E-Werk wird bestrickt

Stricken 2.0: Beim Urban Knitting werden Dinge im öffentlichen Raum bestrickt oder behäkelt. Wir zum Beispiel der Pfosten am Siegesdenkmal (Titelbild). Demnächst gibt’s die Streetart am und ums E-Werk: Freiburger Künstler bestricken beim Grande Finale des JugendKunstParkours (JKP) das Gebäude. Lisa Stürner war einer der Leiterinnen des Workshops zur Aktion. Sie erzählt f79-Redaktionsleiter Till Neumann im Interview von Bombing, Straßenbahnen und der E-Werk-Bestrickung. Beim Grande Finale des JKP steigen ab Samstag, 9. Juli, viele weitere Präsentationen.

 
 

f79 // Lisa, warum machst du Urban Knitting?

Lisa // Ich bin durch den JugendkunstParkour Freiburg dazu gekommen. Ich kannte Urban Knitting zwar schon davor, hatte mich aber nicht wirklich damit auseinandergesetzt, da ich bis dato gar nicht stricken konnte. Wir als Orga-Gruppe des JugendKunstParkours (JKP) haben daraus einen Workshop gemacht. Mit dem Ziel, dass alle Jugendlichen, die Lust und Zeit haben, an einem riesigen gemeinsam handgemachten Strickstück mitzumachen. Wir werden bei unserer Vernisage das E-Werk bestricken.

f79 // Was gefällt dir an dieser Streetart?

Lisa // Dieses „Hausfrauen-Stricken“ wird damit entfremdet. Und durch die vielen mithelfenden Händen entstehen so viele unterschiedliche Muster, die zeigen wie unterschiedlich und doch gemeinschaftlich das entstanden ist.

f79 // Ist Urban Knitting eigentlich legal?

Lisa // Ja, Urban Knitting ist legal. Auch wenn es manchmal als Yarn Bombing bezeichnet wird. Wobei 'Bombing' beim Graffiti für das Besprühen illegaler Flächen steht.

f79 // Was hast du bisher alles bestrickt?

Lisa // Ich mache das erst seit Kurzem, bin aber fleißig am Weiterstricken für das Teilumstricken des E-Werks.

f79 // Nach welchen Kriterien sucht man sich die Objekte aus?

Lisa // Ich glaube, das ist ganz unterschiedlich. Viele wollen mit Urban Knitting Zeichen setzen. So gab es zum Beispiel schon umstrickte Panzer und Waffen-Statuen. Manchen ist der Ort des Anbringens wichtig, andere wollen einfach nur die Stadt schöner und wärmer machen. Sie bestricken deswegen Laternenmaste oder Parkuhren, die bleibende Positionen haben. Urban Knitting ist für viele auch ein Zeichen der Handarbeit des Menschen gegen die Maschinierung.

f79 // Was würdest du gerne mal bestricken?

Lisa // Ich glaube eine bestrickte Straßenbahn würde sich gut machen in Freiburg (lacht).

f79 // Wie viele Leute haben beim JKP-Workshop mitgemacht?

Lisa // Gute Frage, gezählt habe ich sie nicht. Aber es waren bestimmt 20 bis 30 Leute, die zumindestens mal erste Versuche gewagt haben.

f79 // Woher kommmt Urban Knitting eigentlich?

Lisa // Urban Knitting fand seinen Ursprung in Texas. 2005 umstrickte Magda Sayeg die Türklinke Ihres Ladens und gründete (wegen begeisterter und interessierter Rückmeldung) die Gruppe Knitta Please. Die Idee war nach der Art von Graffiti alles auf der Straße mit gestrickten Tags zu versehen. Durch die aktiven Mitglieder verbreitete es sich schnell und 2010 tauchte es das erste mal in Deutschland, in Frankfurt auf.

 

Finale Grande

 

Vom 9. bis 24. Juli steigt die vierte Auflage des »Finale Grande« in den Räumlichkeiten der Projektpartner E-Werk Freiburg und Projektwerkstatt Kubus³ den diesjährigen Abschluss des JugendKunstParkours. Los geht’s am Samstag, 9. Juli, ab 16 Uhr, mit einem Band Challenge Open Air im Innenhof des Kulturparks (Haslacher Str. 43). Junge Bands aus Freiburg und der Region zeigen ihr Können und wetteifern um den Titel. Ob Rock, Pop, Rap oder Elektro – eine Jury aus Profimusikern bewertet die Auftritte und gibt den Teilnehmenden Tipps und Anregungen für ihre weitere Performance. Der besten Band winkt als Preis der exklusive Dreh eines eigenen Musikvideos.

Ganz im Zeichen des Theaters steht der Donnerstag, 14. Juli, im E-Werk: die JKP Theatergruppe präsentiert im Kammertheater ihre neue Produktion »The Greatest Gatsby« frei nach F. Scott Fitzgeralds Romanklassiker über die Roaring Twenties (auch 15./16.7.). Start ist jeweils um 20.30 Uhr.

Junge Kunst aller Stilrichtungen präsentiert am Freitag, 15. Juli, um 19 Uhr die Eröffnung der gleichnamigen Ausstellung im E-Werk. Bis 24. Juli sind hier die Arbeiten der einzelnen Kunstateliers sowie eingereichte Kunstwerke junger Kreativer zu sehen. Die Palette reicht von Malerei und Collage über Skulptur und Installation bis hin zu Film und Fotografie. Zudem sind die Ergebnisse des kreativen Nähateliers zu sehen. Außerdem feiert das Cargo Theater in seiner Reihe „Perspektivwechsel“ mit einem neuen interkulturellen Theaterstück »Mit Händen und Füßen« Premiere im großen Saal des E-Werk (auch 16.7.). Start ist jeweils um 20 Uhr. Die Ausstellung ist zu sehen: Do + Fr 17-20 Uhr | Sa 14-20 Uhr | So 14-18 Uhr.

Mit einem Poetry Slam am Samstag, 16. Juli, in der Projektwerkstatt, bei dem Teilnehmende der JKP-Schreibwerkstatt ihre Texte live vor Publikum präsentieren (Moderation: Sergio Schmidt), klingt das »Finale Grande« wortreich aus. Los geht's um 20.30 Uhr.

 
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