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Musik & Medien

Metallica: Laut, hart und endlich wieder zurück

“Hardwired... to Self-Destruct” ist ein Album, an dem man im Bereich der härteren Musik nicht vorbeikommt. Auf dem ersten Album seit acht Jahren zeigen Metallica, was sie nach 35 Jahren Bandbestehen noch können. Sogar gleich doppelt.

 
 

Mit ordentlich Tempo fängt die neue Metallica-Scheibe an: Der Song “Hardwired” überzeugt mit Druck und eingängigen Refrain: “Were so fucked / Shit outta luck / Hardwired to self-destruct”. Sänger James Hetfield sticht hier positiv raus. Seine Stimme wirkt gereift, das Lied hat Ohrwurmpotential.

In “Moth into Flame” rechnet die Band mit dem Rockstarberuf ab. “Verführt vom Ruhm” würde viele Stars ihre Seele verkaufen. Hetfield erklärte dazu in einem Radiointerview mit dem Sender “102.1 The Edge”, dass der tragische Tod von Sängerin Amy Winehouse den Song geprägt habe. Metallica benutzen den Ausdruck “Infamy” für Schande, eine Metapher für die schwierige Lage, in der sich die verstorbene Sängerin vor ihrem Tod befand. “Alles für die Öffentlichkeit / Zerstörung als großer Erfolg”, heißt es bei Metallica. Dabei spielen sie auf Reporter an, die die 27-Jährige nicht in Ruhe ließen. Die belästigten sie weiter, selbst als sie sichtbar litt und kurz darauf verstarb.

 

Auf der zweiten Scheibe des Doppelalbums zollen Metallica mit dem Lied “Murder One” dem verstorbenen Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister Tribut. Gerade in Kombination mit dem grandios animierten YouTube-Video ist der Song spitze. Er überzeugt mit der klassischen “Badassattitude”, die die Fans ein Jahr nach Kilmisters Tod so sehr vermissen. Mit Zitaten versehen bleibt der Titel, der das Leben des britischen Rockmusikers zusammenfasst, im Kopf: “Born to lose, living to win”.

Obwohl das Handy von Kirk Hammett mit 250 darauf gespeicherten Riffs verloren ging, kann sich das zweiteilige Album sehen lassen. Insgesamt wirken die schnellen Songs deutlich reifer, die Midtemposongs werden dafür rasch eintönig. Dennoch: Die Platte wirkt wie ein Angebot an alle Kritiker der letzten Scheiben und überzeugt im f79-Check. Für das nächste Album wollen sich Metallica nicht so viel Zeit lassen. Hoffentlich ist damit eine richtige Platte gemeint und keiner reiner Livemitschnitt.

 

 

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