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Schule & Projekte

Und der Gewinner ist: das Spiegelpreis-Abenteuer in Hamburg

Drei Mal schon hat das f79 einen Spiegel-Schülerpreis gewonnen. Doch noch nie reichte es für die Top 3. In diesem Jahr waren unsere beiden Siegerinnen Joke Benitz und Miriam Bednarz zur Preisverleihung nach Hamburg eingeladen. Etwa weil’s aufs Treppchen ging? Sarah Golombeck berichtet exklusiv vom Hamburger Spiegelpreis-Abenteuer mit Joke.

 
 

Angespannte Stille. Die Luft knistert in der Mensa der SPIEGEL-Redaktion in Hamburg. Rund 80 Schüler und Erwachsene sitzen unruhig auf ihren Stühlen. Gleich werden die Ergebnisse des Schülerzeitungspreises verkündet. Der Moderator holt Luft ...

Einige Wochen vorher erreichte ein Brief aus3 Hamburg die f79-Redaktion. Die freudige Nachricht: Zwei f79-Autorinnen sind für den Spiegel Schülerzeitungspreis nominiert. Joke Benitz und Miriam Bednarz dürfen sogar zur Preisverleihung nach Hamburg. Ihr Interview mit dem 14-jährigen Florian, der eine Herztransplantation hinter sich hatte, hat die Jury überzeugt. Der Jubel war groß. Drei Mal hatte das f79 schon einen Spiegelpreis gewonnen. Nie jedoch wurde ein Autor zur Preisverleihung nach Hamburg eingeladen. Heißt die Einladung etwa, dass es aufs Siegertreppechen geht?

Miriam konnte nicht mitfahren
, deshalb machen Joke und ich uns eines Sonntagmorgens auf den Weg nach Hamburg. Nach sechsstündiger Fahrt kommen wir in der Hafenmetropole an. Unser Hostel „Superbude“ ist bald gefunden. Bereits in der Lobby stoßen wir auf andere junge Autoren. Abends treffen wir die ganze Gruppe in „Strand Pauli“, unweit vom Hostel. Gemeinsam wird gegrillt und gechillt. Schüler aller Altersklassen sind da, die Jüngste ist sieben Jahre alt.

Kribbeln vor der Siegerehrung: Sarah (links) und Joke vor der Spiegelredaktion

Am nächsten Morgen geht es zur Spiegel-Redaktion, um 9.30 Uhr ist Chefredaktionssitzung. Eine ehemalige Gewinnerin des Schülerzeitungspreises macht Blattkritik – alles, was sie stört, darf sie ansprechen. Das ist Tradition. Über die Kritik wird ausführlich diskutiert. Später geht’s in die Spiegel-Mensa. Mensa ist eine große Untertreibung. Aus drei verschiedenen Angeboten dürfen wir uns ein Drei-Gänge-Menü aussuchen. In der Pause sehen wir uns die umliegende Speicherstadt an. Die Seeluft erfrischt, mit neuem Elan geht’s zum Online-Journalismus-Workshop. Tipps und Tricks für eine Online-Schülerzeitung folgen. Dann können wir die Online-Redaktion besichtigen und eine Autorin befragen.

Um 17.30 Uhr ist es endlich so weit: Gespannt finden sich alle Schüler, Begleitpersonen und die Jury in der Mensa ein. Chefredakteur Klaus Brinkbäumer eröffnet mit einer kleinen Rede die Preisverleihung. In acht Kategorien werden die ersten drei Plätze vergeben, plus drei naturwissenschaftliche Sonderpreise. Als es zu den Interview-Beiträgen kommt, werden Joke und ich nervös. Schaffen wir es bis ganz nach oben? Der Moderator lässt uns zappeln. „Und der dritte Platz, in der Kategorie Interview, geht an ... den Beitrag ‚Kleiner Mann, großes Herz‘ von Miriam Bednarz und Joke Benitz!“ Applaus brandet auf, Joke verbeugt sich. 300 Euro und der Hamburg-Trip sind der Preis.

Die Begründung der Jury geht runter wie Öl: „Dieses Gespräch kann niemanden unberührt lassen: Die Schülerzeitungsredakteure sprechen einen Jungen nach einer Herztransplantation. Das ist harter, schwieriger Stoff. Doch das Interview ist einfühlsam geführt. Und aufgeschrieben in einer lakonischen, eindringlichen Sprache, die nahe geht. Ein Stück, das unter die Haut geht.“

Der Abend klingt mit einem Pastabuffet in der Mensa aus, danach kehrt jeder zur „Superbude“ zurück. Auf der Rückreise am nächsten Tag lasse ich die Dinge Revue passieren. Wäre schön, wiederzukommen, sage ich mir. Auf an den nächsten Artikel, zwei Stufen nach oben gibt es noch auf dem Treppchen!

Das ist das Ding: Das f79 wird in Hamburg aufs Treppchen gerufen.

Info

Der Spiegelpreis war Grund genug für Miriam, den Jungen noch einmal zu treffen, der mit seiner Geschichte das preisgekrönte Interview erst möglich gemacht hat: Florian Rittemann. Der 16 Jahre alte Freiburger lebt nach seiner Herztransplantation im vergangenen Jahr ein ziemlich normales Leben - zumindest fast.

Das f79-Interview lest ihr hier: Florian und sein LKW-Motor.

Die allgemeine Nachricht zum Spiegelpreis-Gewinn gibt es hier: f79-Autorinnen gewinnen Spiegelpreis

 
 

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